In den Chefetagen deutscher Unternehmen herrscht deutlich mehr Optimismus als noch im Februar: Wie das Münchener ifo-Institut auf Grundlage seiner monatlichen Umfrage mitteilte, bewerten die Manager vor allem ihre derzeitige Geschäftslage bedeutend günstiger. Zudem blicken sie gegenüber dem Vormonat etwas zuversichtlicher auf das kommende Halbjahr. "Auch in der Wirtschaft ist der Frühling ausgebrochen", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn mit Blick auf die Befragung von 7000 Firmen.

Im Februar war der sogenannte ifo-Geschäftsklimaindex nach zehn Anstiegen in Folge erstmals wieder gesunken. Nun stieg der Indikator für die Wirtschaftslage von 95,2 Zählern im Vormonat auf 98,1 Punkte – ein deutlich höherer Anstieg als von Experten erwartet. Der Analyst der DekaBank, Andreas Scheuerle, bezeichnete den Zuwachs als Signal. "Diese Daten setzen ein dickes Ausrufezeichen hinter die Erholung." Es zeichne sich ab, dass auf ein schwaches Winterhalbjahr ein sehr starkes zweites Quartal 2010 folge.

Die positive Entwicklung zieht sich dem ifo-Institut zufolge durch alle Branchen. Allerdings bewertet insbesondere der Einzelhandel sowohl seine aktuelle Lage als auch die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten deutlich besser als noch im Februar. Auch Industriebetriebe berichteten den Forschern von einer "erheblich günstigeren Geschäftslage" und nahezu unverändert guten Aussichten. "Ihre Chancen im Auslandsgeschäft sehen sie als genauso Erfolg versprechend wie im Februar", hieß es. Die Firmen planten daher auch einen geringeren Stellenabbau als zuletzt. Weiterhin zeigten das Bauhauptgewerbe und der Großhandel überdurchschnittliche Zuversicht.

Die meisten Ökonomen hatten bislang für das Gesamtjahr eine mäßige Erholung vorausgesagt. Sie rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von ein bis zwei Prozent. Die Bundesregierung erwartet ein Plus von 1,4 Prozent.