Die Deutsche Bank schließt eine Beteiligung privater Geldinstitute an der Rettung Griechenlands nicht aus. Die Banken könnten dabei eine bestimmte Höhe des an den griechischen Staat verliehenen Geldes abschreiben, sagte Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer. "Der Hauptgedanke ist, dass der Geldgeber aus dem Privatsektor eine gewisse Summe zur Restrukturierung der Schulden des Landes beisteuert", sagte Mayer.

Würde man die griechischen Schulden von 300 Milliarden Euro um die Hälfte verringern, könnte das Land wahrscheinlich an die Märkte zurückkehren und wieder Kapital aufnehmen, sagte Mayer. Fünfzig Milliarden Euro könnten beispielsweise von privaten Investoren übernommen werden.

Im Gegensatz zu anderen Kreditinstituten ist die Deutsche Bank von den Finanzproblemen Griechenlands nach eigenen Angaben kaum betroffen. Die Hypo Real Estate und die Commerzbank, die selbst durch staatliche Rettungsmaßnahmen vor dem Kollaps bewahrt wurden, haben den Griechen rund elf Milliarden Euro geliehen. Insgesamt haben deutsche Banken mehr als 30 Milliarden Euro an Griechenland ausgeliehen.

Griechenland braucht bis zum 19. Mai dringend 8,5 Milliarden Euro für eine fällige Staatsanleihe. Es wurde aber nach einer Abwertung seiner Bonds auf Ramschstatus durch eine Rating-Agentur noch teurer für den Euro-Staat, sich neues Geld an den Kapitalmärkten zu besorgen.

Die EU-Kommission hat Forderungen aus der deutschen Politik und Wirtschaft nach einer Umschuldung Griechenlands eine klare Absage erteilt. Die Fraktionen von Union und FDP machen sich jedoch für eine Beteiligung von Banken, Versicherungen und Pensionskassen an der Unterstützung Griechenlands stark. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Anfang der Woche zurückhaltend zu der Idee geäußert, auch private Investoren in ein Rettungspaket für Griechenland miteinzubeziehen.