Sollte Griechenland das Hilfspaket aus Brüssel sowie IWF-Kredite in Anspruch nehmen, dürfte dies auch Folgen in den Banken haben. Und das macht auch europäischen Geldhäusern große Sorgen: Es müsse sichergestellt werden, dass im Notfall alle Risikopositionen, die Griechenland betreffen, schnell isoliert werden könnten, hieß es bei einer Investmentbank. Im Prinzip gehe es um eine ähnliche Operation wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers, der 2008 den Höhepunkt der Finanzkrise markierte. Allerdings sei der Fall Griechenland für die meisten Institute deutlich weniger komplex und deutlich weniger gravierend.

Das liegt auch daran, dass griechische Anleihen in den Bilanzen der Institute nicht auf "Ausfall" ("Default") angesetzt werden müssen, sollte die Regierung des Landes Hilfen in Anspruch nehmen. Ziel des Plans von EU und IWF sei es ja gerade, die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands zu verhindern. Ferner fielen Abschreibungen nur an, wenn die Bank die sogenannten "Ouzo-Bonds" im Handelsbuch halte. Dies ist aber bei den wenigsten Geldhäusern noch der Fall.

Angesichts der Verunsicherung über die finanzielle Stabilität Griechenlands gehen europäische Banken auf Nummer sicher. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, haben einige Häuser begonnen, ihre Kreditlinien für griechische Institute zurückzufahren. "Wir leihen zwar noch Geld, aber wir sind sehr, sehr vorsichtig", heißt es etwa bei einer Londoner Großbank. Andernorts hieß es: "Man spürt die Unruhe im Markt."

Vorsicht herrscht auch unter heimischen Instituten. "Wir beobachten Griechenland sehr genau", hieß es am Wochenende bei einer Frankfurter Großbank. Die Finanzaufsicht ist ebenfalls involviert. Die Bundesbank wollte sich zwar nicht konkret dazu äußern, ob und wann es zuletzt eine Abfrage der Aufsicht speziell zu Griechenland-Positionen gab. Ein Sprecher sagte aber: "Wenn Bonitätsfragen zu bestimmten Engagements aufkommen, dann ist es das normale Verfahren der Aufsicht, dass sie sich diese melden lässt."