Medienberichten zufolge strebt Athen Korrekturen am Nothilfeplan der EU-Länder an, um ein Einschalten des Internationalen Währungsfonds zu vermeiden. Die vom IWF in Aussicht gestellten Bedingungen seien hart und könnten soziale und politische Unruhen hervorrufen, zitierte die Finanznachrichtenagentur Market News International am Dienstag einen ranghohen Regierungsvertreter. Mehrere Kabinettsmitglieder hätten aus diesem Grund Kritik an einem Beitrag des IWF geäußert.

Die Regierung in Athen strebe einen Rettungsplan mit klarerem europäischen Schwerpunkt ohne IWF-Beteiligung an, berichtete MNI weiter. Sie rechne dann mit einer schnelleren Reaktion der Euro-Partner, sollte sie doch noch um Finanzhilfen bitten. Den Kreisen zufolge sei dies nicht auszuschließen. Obwohl Griechenland bislang nicht um Finanzhilfen gebeten habe, sei die Möglichkeit dafür doch groß.

Die griechische Regierung dementierte den Bericht. Es sei nicht geplant, neu über das Paket zu verhandeln, sagte ein Vertreter des Finanzministeriums. "Es gibt eine Vereinbarung zum Hilfsmechanismus, und wir bleiben dabei."

Einem anderen Medienbericht zufolge will Griechenland Ende April in den USA eine milliardenschwere Anleihe auflegen. Zum ersten Mal wolle das hoch verschuldete Land dabei als Schwellenland auftreten, berichtete die Financial Times. Fünf bis zehn Milliarden Dollar wolle Griechenland so einnehmen und damit seine Verpflichtungen für den Monat Mai mitfinanzieren. Nach dem 20. April werde Finanzminister Giorgos Papakonstantinou eine "Roadshow" in den USA starten, hieß es unter Berufung auf Kreise.

Die EU-Länder hatten Ende März einen Nothilfeplan für Griechenland beschlossen. Dieser ermöglicht Hilfen des IWF und bilaterale Kredite der Euro-Staaten, sollte das Land anderweitig kein Kapital mehr erhalten.