Nur noch 36,1 Prozent der Betriebe klagten im April über eine restriktive Kreditvergabe der Banken. Im März waren es noch 38,7 Prozent. Das hat das Münchner Ifo-Institut im Rahmen seiner monatlichen Umfrage unter 4000 Firmen herausgefunden. Das ist der niedrigste Wert seit November 2008.

"Die Unternehmen in Deutschland können sich momentan wieder etwas einfacher über Bankkredite finanzieren", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Auf dem Höhepunkt der Kreditkrise im vergangenen Sommer klagte noch fast jeder zweite Betrieb über eine zu strenge Vergabepraxis.

Die Kredithürde sank in allen Wirtschaftsbereichen – von der Industrie über das Bauhauptgewerbe bis zum Handel. Die meisten Klagen kommen von den großen Industriebetrieben sowie der Bauwirtschaft. Hier ist der Anteil derjenigen, die sich über die Banken beschweren, mit 43,4 und 43,5 Prozent überdurchschnittlich hoch. Die wenigsten Klagen kommen dagegen aus dem Handel, wo nur 31,2 Prozent unzufrieden sind.

Die Banken müssen wegen der sinkenden Bonitäten vieler Firmenkunden mehr Eigenkapital vorhalten, was ihre Möglichkeiten der Kreditvergabe einschränkt. Wirtschaftsverbände warnen die Banken seit Längerem davor, den Firmen den Geldhahn abzudrehen. Um eine Kreditklemme zu verhindern, hat die Bundesregierung nach französischem Vorbild einen Kreditmediator berufen. Er soll in Problemfällen zwischen Banken und Unternehmen vermitteln.