Die US-Wirtschaft hat im April 290.000 neue Jobs geschaffen – der größte Zuwachs seit vier Jahren. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote überraschend von 9,7 Prozent im März auf 9,9 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Schuld ist die Konjunkturerholung: Mehr als 800.000 Arbeitslose, die sich bisher keine Hoffnung auf einen Job machten, begaben sich jetzt wieder auf die Suche.

Die Zahl der neuen Jobs im April übertraf noch die Erwartungen: Experten waren durchschnittlich von 190.000 neuen Arbeitsplätzen ausgegangen, nach einem Zuwachs von 230.000 im März laut revidierten Berechnungen. Allerdings schließen die Aprilzahlen 66.000 Kurzzeit-Beschäftigte ein: Sie sind vorübergehend von der Regierung als Helfer für die derzeitige Volkszählung eingestellt worden. Im Privatsektor wurden 231.000 neue Arbeitsplätze – der Großteil im Fertigungsbereich – geschaffen. Das ist der vierte Anstieg in einem Monat in Folge.

Insgesamt sind in der US-Wirtschaft seit Anfang des Jahres 573.000 neue Jobs entstanden, davon 483.000 im Privatsektor. Das ist ein Zeichen dafür, dass Unternehmen zunehmend zuversichtlich über die Wirtschaftsentwicklung sind. Die Zahl der Langzeit-Arbeitslosen bleibt indessen hoch, sie stieg sogar im April auf einen Rekordstand. Nach den Statistiken des Ministeriums machte diese Gruppe im vergangenen Monat 45,9 Prozent der insgesamt 15,3 Millionen Arbeitslosen aus, im März lag der Anteil bei 44 Prozent. Das dämpft die Erwartungen, dass sich die Arbeitsmarktlage in absehbarer Zeit durchschlagend verbessert.