Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal überraschend gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten dagegen mit Stagnation gerechnet. Das Ergebnis ist umso überraschender, weil es nach neuen Berechnungen auch im Schlussquartal 2009 ein Plus von 0,2 Prozent gegeben hatte. Bislang waren die Statistiker von Stagnation ausgegangen.

"Angekurbelt wurde die Konjunktur von den Exporten", sagte ein Statistiker. Die Unternehmen investierten zudem mehr Geld in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen und stockten ihre Lager auf. Auch die staatlichen Konsumausgaben nahmen zu. Ein stärkeres Wachstum verhinderten schrumpfende Bauinvestitionen: Grund dafür ist der strenge Winter. Schnee und Frost hatten wochenlang viele Baustellen lahmgelegt und viele weitere Branchen behindert. Auch der private Konsum bremste, ebenso die Importe.

Für das laufende Quartal rechnen Ökonomen mit einem kräftigen BIP-Wachstum um mehr als ein Prozent. Im Krisenjahr 2009 war die Wirtschaft nach neuen Berechnungen um 4,9 (bisher: 5,0) Prozent eingebrochen. Das war der stärkste Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik.