Der US-Senat beschloss die unabhängige Prüfung der Federal Reserve einstimmig. Die Abgeordneten verabschiedeten einen Zusatz zum Finanzmarktreformgesetz, der die Notenbank einer Betriebs- und Bilanzprüfung durch den Rechnungshof GOA (Government Accountability Office) unterwirft.

Untersucht wird das Krisenmanagement der Fed in der Finanzkrise: Dafür muss die Notenbank die Namen aller Institute offenlegen, die seit dem 1. Dezember 2007 von ihren Milliarden-Hilfen für die Wall Street profitierten.

Untersucht werden auch die Entscheidungen der Fed bei der Besetzung wichtiger Posten. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte sich einer derart detaillierten Offenlegung in der Vergangenheit stets widersetzt.

"Wir fangen an, den Schleier des Geheimnisses von dieser vielleicht wichtigsten Behörde der Vereinigten Staaten zu lüften", sagte der parteilose Senator Bernard Sanders aus Vermont, der die modifizierte Vorlage eingebracht hatte.

Zunächst sollte die Notenbank ihre Bücher regelmäßig zur Prüfung öffnen müssen. Dann fiel das Gesetz milder aus. In der jetzt verabschiedeten Fassung wird den Prüfern auch der Einblick in Überlegungen der Zentralbank zu Leitzinsen und Geldpolitik verwehrt.

Ein von republikanischer Seite vorgelegter Antrag, die staatliche Rolle bei den vor der Pleite geretteten US-Baufinanzieren Fannie Mae und Freddie Mac zurückzufahren, fand dagegen keine Mehrheit im Senat.