Griechenland hat nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Voraussetzungen für Milliardenhilfe der anderen Euro-Staaten erfüllt. "Die Kommission meint, dass die Voraussetzungen für eine positive Antwort auf die Bitte der griechischen Regierung gegeben sind", heißt es in einer Erklärung Barrosos.

Nach Angaben von Diplomaten geht es um Kredite von mindestens 120 Milliarden Euro für drei Jahre. Allein in diesem Jahr sollen die Euro-Staaten 30 Milliarden Euro an Griechenland geben. Davon entfallen 8,4 Milliarden aus Deutschland. Zusätzlich bekommt das vom Staatsbankrott bedrohte Land 15 Milliarden Euro vom Internationalem Währungsfonds (IWF). Bis zum 19. Mai Schulden muss Griechenland 8,5 Milliarden Euro zurückzahlen.

Zuvor hatte Regierungschef Giorgos Panadreou in Athen mitgeteilt, Griechenland habe sich mit Experten von IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) über die Bedingungen geeinigt, die für das Rettungsprogramm zu erfüllen sind.

In einer Sondersitzung des Ministerrates in Athen sagte der Sozialdemokrat Papanedreou am Sonntagmorgen: "Ich werde alles tun, damit das Land nicht pleite geht." Nach seinen Plänen soll das Haushaltsdefizit bis 2014 von derzeit 13,6 auf drei Prozent reduziert werden. Dafür soll die Mehrwertsteuer von 21 auf 23 Prozent angehoben werden. Zudem werde das 13. und 14. Monatsgehalt für Staatsbedienstete abgeschafft. Im Gegenzug sollen 500 Euro für Weihnachten und jeweils 250 Euro für Ostern und Urlaubsgeld bezahlt werden. Die Ausgabenkürzungen sind auf drei Jahre angelegt. Ende nächster Woche will das griechisches Parlament über den Drei-Jahres-Sanierungsplan abstimmen.

"Die Kommission hält dieses Maßnahmenbündel für solide und glaubwürdig", sagte Barroso. Daher empfehle sie, dass der europäische Hilfsmechanismus für Griechenland "auf der Grundlage des vereinbarten mehrjährigen Reformprogramms aktiviert". Darüber sollen am Sonntagabend die Finanzminister der 16 Staaten mit Euro-Währung bei einer Sondersitzung in Brüssel entscheiden.