In der gegenwärtigen Euro-Krise sehen sich die Kritiker von einst bestätigt: Hätten wir doch nur unsere D-Mark behalten, sagen viele jetzt unverhohlen – dann ginge es uns nun besser. Andere bestreiten das vehement und behaupten, Deutschland und seine Wirtschaft seien der größte Nutznießer aller Euroländer. Kürzlich meinte Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), auf ZEIT ONLINE sogar: "Der Euro ist der Vater des deutschen Exportwunders."

Wie sich die deutsche Wirtschaft in den Jahren seit 1999, dem Jahr der Euro-Einführung, entwickelt hätte, wenn Europa seine einzelnen Währungen behalten hätte, ist nur schwer zu quantifizieren. Dennoch kann man diskutieren, was eher dafür spricht, dass die deutsche Wirtschaft durch den Euro Vorteile genießt, und was nicht. Wir sind vier gängigen Thesen auf den Grund gegangen.