Allein im März mussten 3125 Betriebe den Gang zum Insolvenzrichter antreten, das sind 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im gesamten ersten Quartal gingen 8230 Firmen insolvent. Das sind 6,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zugleich sank aber die Summe der offenen Forderungen zum Jahresauftakt: Sie lag im ersten Quartal bei 8,7 Milliarden Euro und damit eine Milliarde Euro niedriger als vor Jahresfrist.

"Es trifft jetzt zunehmend die kleineren Unternehmen", sagte ein Statistiker. Im Krisenjahr 2009 meldeten sich fast 33.000 Firmen zahlungsunfähig. Das sind 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei traf es unter anderem so bekannte Unternehmen wie den einst größten deutschen Versandhändler Quelle, den Porzellanhersteller Rosenthal und die Unterwäschefirma Schiesser.

Nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind nun unternehmensnahe Dienstleister wie Hausverwaltungen oder Speditionen besonders gefährdet: Vielen von ihnen geht nach der Pleite ihres wichtigsten Kunden selbst die Luft aus. Zudem treffen sie die zunehmenden Sparbemühungen der Firmen, die viele Dienste wieder selbst erledigen. Creditreform rechnet damit, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen in diesem Jahr weiter ansteigt. Die Schadenssumme und die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze dürfte aber geringer ausfallen als 2009.

Die deutsche Wirtschaft wächst seit dem Frühjahr 2009 wieder, vor allem gestützt von der starken Nachfrage aus dem Ausland. Für das laufende zweite Quartal rechnen Experten mit einem Wachstum von ungefähr einem Prozent.

Zugleich müssen immer mehr Verbraucher Insolvenz anmelden: Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im März um 18,1 Prozent auf 10.339. Für das gesamte erste Quartal meldeten die Statistiker einen Anstieg um 13 Prozent auf 27.236. Auch bei ehemals Selbstständigen, natürlichen Personen als Gesellschaftern und Nachlässen gab es mehr Insolvenzen.