Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf seinem Langzeittief von 1,0 Prozent. Dies beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Auf diesem Niveau verharrt der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld seit Mai 2009. Experten gehen davon aus, dass der Leitzins noch mehrere Monate auf diesem Niveau belassen wird.

Die Notenbank hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, weil der Handel mit Staatsanleihen unter anderem aus Griechenland einzufrieren drohte. Kritiker sehen seither die Unabhängigkeit der Notenbank in Gefahr und befürchten mittelfristig ein Ansteigen der Inflation.

Mit Spannung wird erwartet, wie sich EZB-Chef Jean-Claude Trichet zum Kauf von Staatsanleihen durch seine Bank äußern wird. Bislang kauften die EZB und die nationalen Notenbanken in der Euro-Zone Staatsanleihen vor allem aus Griechenland, Portugal und Irland für 40,5 Milliarden Euro und gaben dafür frisches Zentralbankgeld in den Markt. Um eine zu starke Ausweitung der Geldmenge und damit ein Ansteigen der Inflation zu verhindern, sammelte sie die Liquidität allerdings über Gegengeschäfte wieder ein.