Der brasilianische Konzern Petrobas will aus einem knapp 5000 Meter tief liegenden Ölfeld vor der Küste des Bundesstaates Espírito Santo Öl fördern. Geplant sind zunächst 13.000 Barrel (159 Liter) Öl pro Tag, wie Petrobras mitteilte. Bis Ende 2010 würden mehrere Bohrlöcher mit einer Plattform verbunden. Die Förderung soll dann bei bis zu 100.000 Barrel am Tag liegen.

Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva sagte: "Wenn das Öl Brasilien gehört, wollen wir auch, dass 190 Millionen Brasilianer vom Ölgeld profitieren." Er verteidigte die Investitionen in die Erforschung und Förderung der Vorkommen und kritisierte zugleich den Umgang mit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko . "Was dort passiert ist, war kein Unfall, sondern ein Desaster."

Die Verantwortlichen hätten aus finanziellen Gründen weniger Sicherheitstechnik als notwendig installiert. "Wir werden nicht erlauben, dass so etwas hier passiert", sagte Lula. Wenige Stunden später meldete der BP-Konzern, dass das Ölleck vor der US-Küste erstmals seit Monaten abgedichtet wurde.

Vor der Küste Brasiliens wurden in den vergangenen Jahren riesige Ölvorkommen entdeckt. Diese liegen in einer Tiefe von einigen tausend Metern unter einer dicken Salzschicht. Die Förderung gilt als teuer, dennoch verspricht sich die brasilianische Regierung Milliarden-Einnahmen. Allein im "Tupi"-Feld werden schätzungsweise fünf bis acht Milliarden Barrel Öl vermutet.