Im Mai hatten sich die Euro-Länder bereit erklärt, zur Rettung der Gemeinschaftswährung im Notfall 440 Milliarden beizusteuern . Nun berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben der Bundesregierung, dass es tatsächlich nur höchstens 366 Milliarden Euro werden könnten.

Die Ursache liegt demnach in einer Forderung der Rating-Agenturen. Diese hätten die Euro-Länder dazu gedrängt, die möglichen Kredite an kriselnde Mitglieder mit bis zu 20 Prozent zu "übersichern". Für eine Hilfszahlung in Höhe von 100 Milliarden Euro ist demnach also eine Bürgschaft in Höhe von 120 Milliarden Euro fällig.

Dadurch schrumpft die tatsächlich verfügbare Gesamtsumme an möglichen Krediten durch die Euro-Länder. Ihr Beitrag zum Rettungsschirm ist insofern abhängig von den Rating-Agenturen , als dass sich die zur Ausgabe und Verwaltung der Kredite gegründete Zweckgesellschaft über Anleihen am Finanzmarkt finanzieren soll. Um dies zinsgünstig tun zu können, strebt die Gesellschaft eine Top-Bewertung durch die Agenturen an. Laut dem Bericht hätten die Agenturen allerdings Zweifel an der Bonität einzelner Euro-Länder geäußert und daher auf einer Übersicherung bestanden.

Um künftigen Haushaltskrisen im Euro-Raum vorzubeugen, hatten die Euro-Mitgliedsstaaten, die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Rettungspaket in Höhe von 750 Milliarden Euro geschnürt.

Aus Brüssel sollten 60 Milliarden Euro, vom IWF 250 Milliarden Euro und aus den Euro-Länder 440 Milliarden Euro kommen. Durch die Praxis der Übersicherung sinkt das tatsächliche Gesamtvolumen des Pakets nun auf 676 Milliarden Euro.