Die Bundesregierung plant, dass Passagiere vom kommenden Januar an bis zu 26 Euro mehr pro Flugticket bezahlen müssen. Die Maximalsumme könnte für Langstreckenflüge fällig werden, für Flüge von deutschen Flughäfen aus auf Inlandslinien sowie innerhalb Europas und nach Nordafrika sind je Fluggast 13 Euro Steuer vorgesehen. Nach Kritik an den Plänen schloss das federführende Finanzministerium allerdings Änderungen "ausdrücklich" nicht aus. Es handele sich lediglich um einen ersten Entwurf, "insofern ist hier nichts in Stein gegossen", sagte Sprecher Michael Offer in Berlin.

An der Einnahmeplanung mit einem Volumen von einer Milliarde Euro jährlich ab 2011 werde aber nicht gerüttelt, betonte Offer. Die Luftfahrtsteuer ist Teil des Sparpakets der Bundesregierung. Die Mehreinnahmen von jährlich einer Milliarde Euro will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur Etatsanierung nutzen.

Das Finanzministerium spricht von einer maßvollen Steuer für den Klimaschutz. Je größer die Distanz, desto höher sei der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Anton Hofreiter, hatte zuvor gefordert, Inlandsflüge müssten stärker belastet werden. "Die pauschale Besteuerung bringt nicht die ökologische Lenkungswirkung, die das Gesetz verspricht", sagte Hofreiter. "Dazu müsste man Kurzstreckenflüge, für die es Alternativen zum Flugzeug gibt, stärker belasten."

Auch der Koalitionspartner FDP sieht Korrekturbedarf. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Patrick Döring, verlangte, dass nicht nur der einfache Bürger beim Urlaubsflug zur Kasse gebeten werden dürfe, während Privatjets von der Abgabe ausgenommen sind. "Auch die Wirtschaft muss ihren Teil beitragen. First-Class-Reisende müssen mehr zahlen", sagte er. Dadurch könne die Abgabe für den einfachen Fluggast gesenkt werden.

Die deutschen Fluggesellschaften gehen davon aus, dass das Fliegen teurer wird, sollte der Staat die Steuer tatsächlich erheben. Auch die Bundesregierung erwartet, dass die Abgabe auf die Ticketpreise aufgeschlagen wird. Bei Flügen ins Ausland ist die Steuer nur einmal fällig, innerhalb Deutschlands für Hin- und Rückflug. Passagiere, die in Deutschland umsteigen und keine längeren Zwischenstopps einlegen, sind befreit. Von der Steuer verschont bleiben Kinder unter zwei Jahren, wenn sie keinen eigenen Sitzplatz haben. Ausgenommen sind auch nichtgewerbliche Flüge – etwa Privat- oder Sportflieger. Sie zahlen bereits eine Kerosinsteuer. Außerdem gilt die Steuer nicht für Fracht- und Militärflüge.