Mit kleineren Mannschaften machen die Betriebe des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland mächtig Dampf. Ende Juni waren in den Unternehmen mit mehr als 50 Leuten insgesamt 4,9 Millionen Menschen beschäftigt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Das waren knapp 135.000 Menschen oder 2,7 Prozent weniger als vor einem Jahr auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise. Diese Entwicklung erscheint im Hinblick auf die derzeitigen konjunkturelle Entwicklung umso erstaunlicher: Die deutsche Wirtschaft erlebt derzeit ein Wachstum wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gewachsen.

Die verbliebenen Arbeiter im industriellen Sektor leisteten deutlich mehr (+6,4 Prozent) Arbeitsstunden, die sich insgesamt auf 647 Millionen addierten. Die Beschäftigten bekamen auch mehr Entgelt, nämlich 18,8 Milliarden Euro. Das waren 4,3 Prozent mehr als im Juni 2009. Allerdings hatte der Berichtsmonat 2010 einen Tag mehr als im Vorjahr.

Die stärksten Jobverluste hatte der Auswertung zufolge die Metallindustrie mit einem Minus von 5,3 Prozent. Einen Zuwachs gab es ausschließlich bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln. Fast stabil blieb die Chemieindustrie mit einem Minus von 0,1 Prozent.