Die Händler an der Europäischen Energiebörse (EEX) in Leipzig hatten es bislang leicht: Stieg der Ölpreis , verteuerte sich auch der Preis für Gas. Ein eigenes, unabhängiges Entgelt gibt es nicht. Dies soll sich nun offenbar ändern.

"Ich habe mit Freude gehört, dass die Leipziger Börse daran arbeitet, einen Gaspreisindex zu entwickeln", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch der Börse. Dies würde die Entwicklung eines unabhängigen Gaspreises ermöglichen und sei ein weiterer Schritt für mehr Wettbewerb . "Hier wird Energiegeschichte geschrieben, indem die Märkte transparenter gemacht werden." Die bisherige stark verbreitete Koppelung bezeichnete die CDU-Vorsitzende dagegen als "sachlich bei weitem nicht geboten".

Merkel will den Leipziger Handelsplatz für Strom, Erdgas, Kohle und Treibhausgas-Zertifikaten generell stärken und setzt sich dafür ein, dass die EEX zur zentralen Plattform für den Energiehandel in der Europäischen Union wird. Sowohl beim Strom-, Gas- und Zertifikathandel für Treibhausgase sei der Standort sehr gut platziert. "Es ist wünschenswert, dass Leipzig eine sehr dominante Rolle hat", sagte die Kanzlerin in Bezug auf den Handel mit Klimazertifikaten.

Die CDU-Chefin begrüßte in dem Zusammenhang auch die Kooperation der EEX mit der französischen Powernext. Diese enge Zusammenarbeit setze europäische Maßstäbe und erleichtere es, einheitliche Standards in Europa durchzusetzen. "Beim Strom leistet Leipzig so einen wesentlichen Beitrag für die Energiepolitik in Europa."

Die Kanzlerin besuchte die einzige deutsche Börse für Energieprodukte am zweiten Tag ihrer sogenannten Energie-Reise . Auf der Route stehen insgesamt zehn Standorte in sechs Bundesländern, die weitgehend den deutschen Energiemix repräsentieren. Merkel will sich ein eigenes Bild von der Energiewirtschaft machen.