Die Landesbanken BayernLB und WestLB beraten über ein mögliches Zusammengehen. Das bestätigten beide Institute. Bis Jahresende soll das Ergebnis der Prüfung vorliegen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat sich der Aufsichtsrat der WestLB am Montag mit dem Thema befasst. Die BayernLB-Aufseher hätten am vergangenen Donnerstag den Plan erörtert.

Vier der acht deutschen Landesbanken mussten in der Finanzmarktkrise mit Staatshilfe gestützt werden. Darunter ist die WestLB. Sie muss nach EU-Auflagen mehrheitlich bis Ende 2011 neue Eigentümer bekommen. Der Verkaufsprozess soll unabhängig davon am 30. September mit dem Schalten einer Anzeige beginnen. 

Die EU-Auflagen lassen aber auch eine Fusion zu. So könnte es nun zu einer Verschmelzung mit der BayernLB oder einer anderen Landesbank kommen. Entstehen würde nach derzeitigem Ausmaß der Geschäfte das drittgrößte Kreditinstitut Deutschlands, nach Deutscher Bank und Commerzbank. Zusammengenommen kämen BayernLB und WestLB nach Stand Ende Juni auf eine Bilanzsumme von gut 591 Milliarden Euro und knapp 15.900 Mitarbeiter.

Die BayernLB war durch Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt in wirtschaftliche Probleme geraten und musste mit zehn Milliarden Euro Steuergeld vom Freistaat Bayern gestützt werden. Hinzu kam das Milliardendesaster bei der in Österreich übernommenen Hypo Alpe Adria, das schwer auf der BayernLB lastete und ihr einen Verlust von 2,6 Milliarden Euro bescherte. Der Handlungsbedarf bei den Landesbanken hat sich auch durch die schärferen Basel III-Eigenkapitalregeln erhöht. Die Aufsichtsräte beider Institute würden sich bereits damit befassen, hieß es.

Die WestLB hatte 2008 Garantien ihrer Eigentümer in Höhe von fünf Milliarden Euro erhalten. 2009 machte sie unter anderem wegen der Belastungen durch den Konzernumbau einen Verlust von 531 Millionen Euro. Risikobelastete Wertpapiere lagerte sie in eine sogenannte Bad Bank aus. Im ersten Halbjahr machten beide Landesbanken wieder Gewinn.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht in den Fusionsverhandlungen einen notwendigen Schritt. "Ich halte das für überfällig", sagte er. Jetzt müsse man die Gunst der Stunde nutzen und die Landesbanken nach der Finanzkrise neu ordnen. Brüderle hatte zuletzt verlangt, die acht Landesbanken zusammenzuführen – in ein oder zwei starke Institute als Dachverband für die Sparkassen. Eine "Flurbereinigung" sei überfällig.

Die fusionierte Bank würde Partner für die 181 Sparkassen in Nordrhein-Westfalen und Bayern sein, heißt es in der Erklärung der beiden Banken.

Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sieht das Vorhaben der zweit- und drittgrößten deutschen Landesbank positiv. Weitere Schritte zur Konsolidierung wären nicht ausgeschlossen. Ziel sei, nur wenige Landesbanken mit nachhaltigen Geschäftsmodellen zu schaffen.

Wirtschaftsminister Brüderle sprach sich zudem dafür aus, dass der Staat in spätestens vier Jahren sein Engagement bei der Commerzbank beendet. "Wenn wir der Commerzbank jetzt auf einen Schlag Milliarden von Euro entzögen, wäre ihre Handlungsfähigkeit massiv beschnitten. Der Staat muss aber innerhalb von drei bis vier Jahren aus der Commerzbank wieder aussteigen", sagte Brüderle. Die Commerzbank war durch die Finanzkrise und die Übernahme der Dresdner Bank in Schwierigkeiten geraten und wird mit staatlichen Hilfen gestützt. Sie gehört zu rund einem Viertel dem deutschen Steuerzahler.

Einen Rückzug der Regierung strebt Brüderle auch bei der Hypo Real Estate an, allerdings sei die Lage bei der HRE "etwas komplizierter", sagte Brüderle weiter. Der Ausstieg werde um einiges länger dauern als bei der Commerzbank. Bei der Höhe des Problems falle es aber schwer, einen konkreten Zeitraum zu benennen.