Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland haben Joachim Nagel als Nachfolger von Thilo Sarrazin im Bundesbankvorstand vorgeschlagen. Dies teilten die Staatskanzleien der beiden Bundesländer mit. Die beiden Länder haben das Vorschlagsrecht bei der Personalie des Bundesbankvorstands . Drei der sechs Mitglieder des Vorstands der deutschen Notenbank werden von den Bundesländern bestimmt, die drei anderen - darunter der Präsident - von der Bundesregierung.

Nagel leitete bisher den Zentralbereich Märkte der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und sein saarländischer Amtskollege Peter Müller (CDU) erklärten, entscheidende Kriterien für Nagels Auswahl seien "hervorragende Fachkenntnis" und "erstklassiges, aktuelles Wissen über die Finanzmärkte und die beteiligten Institutionen und Marktteilnehmer" gewesen. Für Nagel spreche, dass er schon jetzt bei der Bundesbank arbeite. Kritiker hatten mehr Fachwissen im Vorstand der Bundesbank angemahnt, da die Posten zu oft nach Parteiinteressen besetzt würden.

Sarrazin hatte im September nach einem heftigen Streit über seine umstrittenen Ausländer-Thesen sein Amt aufgegeben und war damit der vom Rest des Vorstandes beantragten Entlassung durch Bundespräsident Christian Wulff zuvorgekommen. Der frühere Berliner Finanzsenator Sarrazin war erst 2009 von Berlin und Brandenburg in den Vorstand der Bundesbank geschickt worden.