Mit einem Bekenntnis zu offenen Märkten und zum Aufbau einer gemeinsamen Freihandelszone ist der Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) zu Ende gegangen. "Wir bleiben dem Erhalt offener Märkte und der Bekämpfung von Protektionismus verpflichtet", betonten die 21 Pazifik-Anrainer in ihrer Abschlusserklärung.

Die USA, China und die übrigen Staaten des Wirtschaftsforums einigten sich im japanischen Yokohama erstmals auf eine gemeinsame Strategie, die Wachstumsraten der Länder ausgewogener als bisher zu gestalten. Sie planten dazu Reformen, vereinbarten jedoch keine verbindlichen Vorgaben. Bis 2020 wollen sie eine riesige Freihandelszone schaffen.

Die Apec-Region, auf die rund 52,7 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 44,4 Prozent des weltweiten Handels entfällt, sei zu einem Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft geworden, heißt es in der Abschlusserklärung. Im Bestreben, die Barrieren für Handel und Investitionen abzubauen, habe man bereits signifikante Fortschritte erzielt. Es bleibe aber noch viel zu tun.

Die gemeinsame Wachstumsstrategie soll helfen, die extrem großen Einkommensunterschiede zwischen den Ländern der Region zu reduzieren. Man wolle ein "ausgewogenes, nachhaltiges, innovatives und sicheres Wachstum erreichen", hieß es. Bis wann jedoch was geschehen soll, wird nicht erwähnt.

2015 will man erstmals Zwischenbilanz ziehen. Eine mögliche Vorstufe der bis 2020 angestrebten "Asiatisch-pazifischen Freihandelszone" sei das von den USA gestützte Transpazifische Partnerschaftsabkommen (TPP).

Auf dem Wirtschaftsforum traten auch erneut die Differenzen zwischen den USA und China hervor. US-Präsident Barack Obama forderte mit Blick auf China Länder mit hohen Exportraten auf, auch die Binnennachfrage zu stärken. "Kein Land sollte annehmen, dass der Weg zu seinem Wohlstand einfach durch Exporte nach Amerika geebnet wird", sagte Obama.

Der chinesische Präsident Hu Jintao wiederum kritisierte den besonders gestiegenen Protektionismus in der Asiatisch-Pazifischen Region. Er rief die Gipfelteilnehmer auf, sich an Zusagen zu halten und keine neuen Handelsbarrieren aufzubauen. Zugleich bemühte er sich, Ängste angesichts seiner überragenden wirtschaftlichen Stärke zu verringern. Peking fühle sich weiter dem Aufbau guter nachbarschaftlicher Beziehungen und der "Freundschaft" verpflichtet. Hu betonte, Änderungen der Wirtschaftspolitik kämen schrittweise. Wie auch schon beim G-20-Gipfel vor wenigen Tagen bekräftigte er seine Bereitschaft, den Kurs von Chinas Währung durch den Markt bestimmen zu lassen.

Hu machte weiter deutlich, zunächst lieber mit den asiatischen Zusammenschlüssen über eine größere Freihandelszone beraten zu wollen. Allerdings gibt es unter den Mitgliedern auch Länder, die einen Beitritt der USA als Gegengewicht zu China wünschen. Analysten hingegen halten es für unwahrscheinlich, dass sich Peking der TPP anschließt. Ihren Einschätzungen nach würden die USA das Gremium nutzen, um im Währungsstreit und bei Handelsungleichgewichten Druck auf China auszuüben.

Die USA und China werfen sich seit geraumer Zeit gegenseitig vor, mit ihrer jeweiligen Wirtschaftspolitik dem internationalen Handel zu schaden. Die Regierung in Washington prangert die Währungspolitik der Pekinger Führung an und argumentiert, die Chinesen hielten zugunsten der eigenen Exportindustrie den Yuan künstlich niedrig. Die Volksrepublik hatte ihrerseits die USA wegen der lockeren Geldpolitik der Notenbank ins Visier genommen.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer – und damit sowohl die USA als auch China – ringen um den Abbau immenser Handelsüberschüsse und -defizite und hatten im südkoreanischen Seoul in letzter Minute einen Kompromiss gefunden. Einen Währungs- und Handelskrieg konnten die G 20 so abwenden, der Streit um Exportüberschüsse und staatlich gelenkte Wechselkurse konnte aber nicht beigelegt werden.

Die USA übernehmen im kommenden Jahr den Vorsitz der Apec. Zum Abschluss seiner Asien-Reise, die ihn nach Indien, Indonesien und Südkorea geführt hatte, hob US-Präsident Obama vor Apec-Wirtschaftsführern die Bedeutung der Region für die USA hervor. Amerika sei bereit, in Asien wieder zu führen, sagte er. "Wir investieren in ihren Erfolg, weil er mit unserem eigenen verbunden ist." Obama begrüßte zudem Japans Interesse am Beitritt zum TPP.