Zuku Ndamane blickt stolz über die Dächer von Kuyasa, einem Dorf aus einfachen Einzimmerhäusern in der größten Township von Kapstadt. Jedes der kleinen bunten Häuser hat eine Solarwasserheizung auf dem Dach. Ndamane ist Koordinator des Kuyasa CDM Projects. Er hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass 2309 einfache Häuser mit umweltfreundlichen Heizungen, isolierten Decken und energiesparender Beleuchtung ausgestattet werden. Und das war alles andere als einfach, denn in Kuyasa wohnen überwiegend Familien mit einem sehr geringen Einkommen. Die Arbeitslosenquote liegt weit über der landesweiten Quote von 25,2 Prozent.

Der Clean Development Mechanism – kurz CDM – wurde mit dem Kyoto-Protokoll eingeführt. Er ermöglicht es Entwicklungsländern, die mit umweltfreundlichen Projekten eingesparten Treibhausgasemissionen an Industrieländer zu verkaufen. Für Industrienationen wird es so kostengünstiger, die im Kyoto-Protokoll festgelegte Reduktion zu erreichen. Den Entwicklungsländern wird im Gegenzug mit dem damit verbundenen Technologietransfer geholfen.

Da der CDM einige Schlupflöcher für Umweltsünder birgt – zuletzt geriet China in Verdacht, Kältemittel nur zu produzieren, um das gefährliche Fluoroform später zu zerstören und dafür Reduktions-Zertifikate zu erhalten –, wurde zusätzlich der sogenannte Gold Standard von 43 unabhängigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) geschaffen. Die Registrierung von CDM-Projekten unter dem Gold Standard ist freiwillig und bestätigt, dass ein Projekt nicht nur Treibhausgase einspart, sondern auch soziale Ziele verfolgt. Das erste unter dem Gold Standard registrierte Projekt auf der Welt ist das in Kuyasa, Südafrika.

Das Büro und die Werkstatt mitten in der Township sind meist sehr belebt. Es ist ein sozialer Treffpunkt für Alt und Jung. Die meisten Mitarbeiter wohnen selbst in einem Haus mit Solarwasserheizung. Insgesamt 100 ungelernte Arbeiter, Rentner und Behinderte wurden im August 2008 eingestellt, um die Heizungen zu installieren. Von zwei Klempnern haben sie ihr Handwerk gelernt. Zusätzlich hatten sie die Möglichkeit, für einen Monat Kurse in Dachdeckerarbeiten, Installation und Elektrik an einem nahe gelegenen College zu besuchen.

"Das Kuyasa CDM Projekt ist ganzheitlich", sagt Ndamane. "Wir wollen den Menschen nicht nur warmes Wasser zur Verfügung stellen, sondern ihnen auch nach Ende des Projekts eine Perspektive bieten." Einig Arbeiter können nach der Installation der Solarwasserheizungen weiter beschäftigt werden, zum Beispiel um anfallende Reparaturen zu erledigen.

Die 33-jährige Xoliswa Lal hat auch eine neue Heizung erhalten. Ihr kleines Häuschen besteht nur aus einem Raum. Darin befinden sich eine Küchenzeile, ein großes Bett und ein Schreibtisch. Die kahlen Steinmauern sind mit roten Stoffresten geschmückt. Sie erzählt: "Ich habe nun keine Angst mehr Leute einzuladen, denn ich kann ihnen heißes Teewasser anbieten und im Winter ist es immer warm bei mir, dank der isolierten Decke."