Die Regierung in Hongkong hat ihren Kampf gegen eine Spekulationsblase am Häusermarkt verschärft. Künftig erhebt die Sonderverwaltungszone eine neue Abgabe auf Immobilienkäufe: Wer ein Haus kauft und es binnen sechs Monaten wieder verkauft, muss eine Gebühr in Höhe von 15 Prozent des Verkaufspreises zahlen. Liegen zwischen Kauf und Verkauf mehr als sechs Monate aber weniger als ein Jahr werden zehn Prozent fällig. Strenger werden auch die Hypothekenvorschriften, um die Kreditvergabe am Häusermarkt zu beschränken.

Mit den neuen Regeln will die Regierung verhindern, dass die Preise am Immobilienmarkt weiter nach oben schießen. Um 50 Prozent sind die Häuserpreise in Hongkong seit Anfang des Jahres gestiegen. Vor allem Chinesen aus der Volksrepublik decken sich zunehmend zu günstigen Hypothekenzinsen mit Immobilien ein.

Die Zinsen in Hongkong sind historisch niedrig, weil die Währung der Verwaltungszone an den US-Dollar gekoppelt ist. Die Zinssätze in Hongkong orientieren sich damit am Leitzins der US-Notenbank Fed, die seit Monaten eine lockere Geldpolitik betreibt . Das Risiko einer Spekulationsblase habe sich zuletzt deutlich erhöht, sagt ein Vertreter der Regierung in Hongkong. Der Immobilienmarkt sei immer schwerer zu bändigen. 

Auch in China wächst angesichts der amerikanischen Geldpolitik die Sorge vor einer Blase am Immobilienmarkt. Stadtwohnungen sind seit dem Sommer 2009 monatlich um zweistellige Prozentbeträge teurer geworden.

Der Boom am Immobilienmarkt treibt auch die Inflationsrate nach oben: Im Oktober stiegen die Preise um 4,4 Prozent. Der Preisverfall wiederum hat Rückwirkungen auf den Immobilienmarkt. Wird das Geld weniger wert, flüchten die Investoren verstärkt in Sachwerte wie Wohnungen und Häuser. In China fürchtet man deshalb eine Spirale aus Preissteigerungen und Wohnungsspekulationen.

Als Gegenmaßnahme hatte die Regierung in Peking zuletzt Immobilienkäufe von Ausländern beschränkt. Diese dürfen seither nur noch eine Wohnimmobilie in der Volksrepublik erwerben. Bereits zu Jahresbeginn hatte die Regierung den durchweg staatlichen Banken deutlich niedrigere Quoten für die Kreditvergabe vorgegeben. Das erlaubte Volumen für Immobilienkredite liegt in diesem Jahr um rund ein Fünftel unter dem Vorjahreswert.