Der Deutsche Gewerkschaftsbund will die Rente mit 67 aussetzen und stattdessen die Rentenbeiträge erhöhen – der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, lehnt das ab. "Mehr zahlen statt länger arbeiten, das ist keine Lösung, sondern ein Verschiebebahnhof auf Kosten von Arbeitsplätzen", sagte er der Berliner Zeitung.

Die Große Koalition hatte beschlossen, dass das Renteneintrittsalter ab 2012 sich schrittweise erhöht wird. Driftmann sagte, die Rente mit 67 sei nötig, weil die Lebenserwartung der Menschen steige. Diesen Zusammenhang dürfe man nicht ausblenden. Andernfalls wälzten die heutigen Rentner die Last der demografischen Entwicklung auf die Beitragszahler und auf kommende Generationen ab.

Der DIHK-Präsident räumte aber ein, zu einem späteren Renteneintrittsalter gehöre auch, dass Ältere Beschäftigung finden. Die Entwicklung der Erwerbstätigenzahl bei Älteren zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei, wenn auch längst nicht am Ziel. Gegenwärtig arbeiten nur 21,5 Prozent aller Deutschen zwischen 60 und 64 Jahren in einem sozialversicherungspflichtigen Job.

Linksparteichef Klaus Ernst kündigte noch für dieses Jahr einen Gesetzentwurf seiner Partei an, mit dem sie die Einführung der Rente ab 67 um vier Jahre verschieben will. Das Rentenalter steige dann frühestens 2016. Ernst forderte die CSU auf, diesen Vorstoß zu unterstützen.

CSU-Chef Horst Seehofer hatte vor Kurzem die Einführung der in der Großen Koalition beschlossenen Rente mit 67 in Frage gestellt: Eine Verlängerung sei nicht sinnvoll, wenn die Wirtschaft nicht endlich beginne, für die über 50-Jährigen die Beschäftigungschancen deutlich zu verbessern.