Die Bundesregierung will private Gläubiger im Rahmen eines Zwei-Säulen-Verfahrens an der Bewältigung der Staatsschuldenkrise beteiligen. Das geht aus einem internen Positionspapier der Bundesregierung hervor, dass der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegt.

Insbesondere die Beteiligung der Gläubiger schon in der ersten Säule dürfte an den Märkten für Unruhe sorgen und bei den potenziell betroffenen Ländern auf Kritik stoßen . Die Befürchtung ist, dass der drohende Zahlungsausfall die Krise verschärft, weil Anleger ihr Geld abziehen.

"Grundsätzlich solvente Euroländer mit kurzfristigem Liquiditätsbedarf erhalten Zugang zu kurzfristigen Liquiditätshilfen. In der Regel ist in diesem Fall die Einbeziehung des Privatsektors zumindest durch Verlängerung der Laufzeiten, erforderlichenfalls zusätzlich mit einem Zinscut, vorzusehen", heißt es in dem Papier.

Zeichnet sich eine Zahlungsunfähigkeit ab , kann zusätzlicher finanzieller Beistand – zum Beispiel "Garantien oder zusätzliche Sicherheiten zur Absicherung von neu restrukturierten Anleihen" – gewährt werden. Dann würden die Gläubiger zusätzlich belastet. "Ein solcher Beistand erfordert in der Regel aber gleichzeitig einen substantiellen Haircut", so das Papier.

In beiden Fällen sollen strenge Auflagen gelten: "Die Gewährung von Hilfen ist in jedem Fall streng zu konditionieren und sowohl bei Liquiditäts- wie auch weiteren Hilfen an eine Reihe von strikten Auflagen zu knüpfen, um moral hazard seitens des Schuldnerlandes zu minimieren", so das Konzept.

Finanziert werden könne die Fazilität "langfristig durch Strafzahlungen der Euroländer aus dem Defizitverfahren, die als Risikopuffer angesammelt und vorgehalten werden".  Voraussetzung für die Anwendung ist, dass " das Land vom Kapitalmarkt abgeschnitten und die Finanzstabilität der Eurozone als Ganzes gefährdet ist".

Die Verhandlungen soll einer "intergouvernementalen Institution übertragen werden, die gleichzeitig Finanzierungsgeber sein kann und dadurch über entsprechende Einflussmöglichkeiten verfügt".

Das Verfahren sollte "von dem betroffenen Mitgliedsstaat initiiert werden, mit nachfolgender Zustimmung der Mitgliedstaaten der Eurozone".