In einem Gastbeitrag für die Financial Times hat Weltbank-Präsident Robert Zoellick ein neues, kooperatives Währungssystem aus US-Dollar, Euro, Yen, Pfund und Renminbi vorgeschlagen. Gold könne dabei "ein internationaler Referenzpunkt für die Markterwartungen bezüglich Inflation, Deflation und dem Wert von Währungen sein", heißt es in dem Beitrag.

"Auch wenn Lehrbücher Gold als altes Geld sehen, die Märkte nutzen Gold heute als Alternative zu Geldanlagen", schreibt Zoellick. Mit dem Bretton-Woods-System gab es nach dem Zweiten Weltkrieg bis Anfang der 1970er Jahre ein internationales Währungssystem von festgelegten Wechselkursen, das auf dem mit Gold hinterlegten US-Dollar basierte. Nach dem Zusammenbruch dieses Systems wurden die Wechselkurse in den meisten Ländern freigegeben.

Bei einem Gold-Standard könnten Notenbanken nicht so einfach – wie zuletzt etwa die US-Notenbank (Fed) mit dem Ankauf von Staatsanleihen – frisches Geld in die Wirtschaft pumpen. Damit würde die Gefahr einer von Notenbanken angefachten Inflation gedämmt. Volkswirte halten einen Gold-Standard mehrheitlich aber für falsch. Ein Argument ist, dass die Geldmenge dann wegen der Endlichkeit der Goldvorräte nur begrenzt steigen könne, was zu Deflation führen würde.

Die USA werfen China bereits seit längerem vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um die eigene Wirtschaft zu stärken. Der Ankauf von US-Staatsanleihen durch die US-Notenbank im Volumen von 600 Milliarden Dollar, der tendenziell den Wert der US-Währung drückt, war zuletzt auch aus Deutschland kritisiert worden. So hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den USA einen Bruch internationaler Abmachungen vorgeworfen.

Der Goldpreis erreichte am Montag abermals einen Rekordstand: In der Spitze lag eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erstmals über 1400 US-Dollar.