Das höchste irische Gericht hat der irischen Regierung am Donnerstag die Erlaubnis erteilt, weitere 3,7 Milliarden Euro aus dem Staatssäckel in die marode Bank zu pumpen und damit ihre Anteile von 18 auf 49,9 Prozent aufzustocken. Damit ist die Bank praktisch im Besitz des Staates. Dafür muss die Allied Irish Bank ihre Aktien an den Börsen in Dublin und London vom Markt nehmen.

Weil die Märkte kein Vertrauen in die Kreditinstitute hätten, das Land aber Banken benötige, müsse der Staat sie in öffentliches Eigentum überführen, sagte Finanzminister Brian Lenihan. Banken unter staatlicher Regie könnten aber nur das letzte Mittel sein. Dennoch ist beinahe der gesamte Bankensektor in Hand des Staates.

Die Allied Irish benötigt trotz der aktuellen Geldspritze vor Ende Februar weitere 6,1 Milliarden Euro Eigenkapital. Das Geldhaus soll am 26. Januar von den Kurszetteln der Börsen in Irland und Großbritannien genommen werden. Die AIB-Aktie gab in Dublin zwischenzeitlich knapp 20 Prozent nach.

2011 sollen lukrative Teile des ehemals größten irischen Geldinstituts verkauft werden. Darunter ist das Polen-Geschäft, das die spanische Bank Santander übernehmen will. Dann wird der irische Staat am verbleibenden Rest des Geldhauses effektiv 92 Prozent halten. Die Überlegung des Finanzministeriums ist es, das Institut zu verkaufen oder an die Börse zu bringen, wenn eine wirtschaftliche Erholung eingesetzt hat.

Die Finanzspritze des Staates sei wichtig für die Bank, die ihre Rolle für die irische Wirtschaft zu spielen habe, sagte Finanzminister Brian Lenihan. Die AIB habe große Geldsummen aus eigenen Mitteln zur Sanierung beigetragen. Weitere Hilfen des Staates seien aber notwendig. Das Geld kommt aus dem Nationalen Pensionsfonds Irlands.

Die Zahlung war vom Internationalen Währungsfonds und von der EU abgesegnet worden. Beide hatten einen 85 Milliarden Euro umfassenden Rettungsschirm über Irland aufgespannt, um einen Staatsbankrott und weitere negative Folgen für die Eurozone abzuwenden.