Mit der Finanzhilfe für die Banken, dem Aufstocken der Kurzarbeit oder den zusätzlichen Geldtöpfen für Wärmedämmung an Schulen und Kindergärten hatte der Bund inmitten der Krise massiv Geld ausgegeben. Die erwartete Neuverschuldung für 2010 stieg auf 80 Milliarden Euro.

Doch die Krise ist zunächst überwunden, dank des Konjunkturaufschwungs und steigender Steuereinnahmen schmilzt das Defizit des Bundes nun. "Nach aktueller Einschätzung erscheint hinsichtlich der Neuverschuldung am Jahresende ein Ergebnis von unter 50 Milliarden Euro möglich", heißt es im aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums.

Die sich nun abzeichnende Nettokreditaufnahme wäre aber immer noch die mit Abstand höchste in der bundesdeutschen Geschichte. Für 2011 hat der Bund neue Schulden von 48,4 Milliarden Euro geplant.

Ende November betrug das Finanzierungsdefizit des Bundes zwar noch 60,5 Milliarden Euro. Im Monatsbericht wird aber darauf verwiesen, dass das Dezember-Ergebnis den Finanzierungssaldo üblicherweise verbessert.

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern (ohne Gemeinden) stiegen im November gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,5 Prozent. Von Januar bis November 2010 wurde das Vorjahresniveau um 0,2 Prozent übertroffen. Für das ganze Jahr 2010 und den Gesamtstaat hatten die Steuerschätzer zuletzt ein Plus von 0,3 Prozent vorausgesagt.

Die gesamtstaatlichen Schulden aller öffentlichen Haushalte stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres um fast 100 Milliarden Euro. Am 30. September waren Bund, Länder und Kommunen mit insgesamt rund 1,791 Billionen Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 99,7 Milliarden Euro oder 5,9 Prozent mehr als Ende 2009. Pro Kopf betrugen die Schulden damit 21.882 Euro.

Die Schulden des Bundes erhöhten sich der Statistik zufolge in den ersten neun Monaten 2010 um 3,1 Prozent oder 33,1 Milliarden Euro auf 1,087 Billionen Euro.

Diesen Schuldenstand zu mindern, sieht das Bundesfinanzministerium gute Chancen: Auch für die letzten drei Monate des Jahres erwartet es ein starkes Wachstum der deutschen Wirtschaft. "Die aktuellen Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im Schlussquartal dieses Jahres andauert." 

Die Industrieproduktion habe im Oktober deutlich zugelegt. Die Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern habe sich jedoch merklich abgeschwächt. Beschäftigungsaufbau und Rückgang der Arbeitslosigkeit setzten sich fort.