Wirtschaftsnationen kritisieren seit langem die Geldpolitik Chinas, das mit seiner billigen Währung den Export der Industriestaaten erschwert. Nun lässt die Volksrepublik die Währung im neuen Jahr langsam aufwerten. Insgesamt werde China für das Jahr 2011 eine Verteuerung des Yuan um fünf Prozent zugelassen, schrieb das offizielle China Securities Journal. Im vergangenen Jahr waren es 3,6 Prozent.

Begründet wird der Schritt mit der wachsenden Inflation. Die Volksrepublik sei auf einen stärkeren Yuan angewiesen, um die Inflation zu bekämpfen und Blasen am Aktien- oder Immobilienmarkt zuvorzukommen, berichtet das staatliche China Securities Journal. Das Blatt repräsentiert nicht direkt die offizielle Politik, gibt aber ein verlässliches Bild von den Plänen der kommunistischen Führung wider. Sie gilt als eine führende Stimme in Wirtschaftsfragen.

Die Aufwertung des Yuan werde besonders stark in der ersten Jahreshälfte sein, schrieb das Securities Journal. Chinesische Händler erwarten, dass der Yuan sich allein im ersten Quartal um zwei Prozent verteuern wird. "Die Anpassung des Yuan wird die Importe verbilligen und damit die Folgen steigender Rohstoffpreise auf den internationalen Märkten abfedern." Dies mindere den Teuerungsdruck.

Die Industriestaaten werfen dem Schwellenland seit langem vor, sich über seine billige Währung im Welthandel Vorteile zu verschaffen und damit künstlich Ungleichgewichte aufrechtzuerhalten. China hat den Yuan seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder weitgehend an den Dollar gebunden und kann damit die größte Volkswirtschaft USA günstig beliefern. Dadurch gilt die Währung aber als stark unterbewertet. In der vergangenen Woche hat sich der Yuan auf ein Rekordhoch von 6,5896 Yuan je Dollar verteuert.

Zentralbankchef Zhou Xiaochuan räumte einen wachsenden Inflationsdruck wegen der heiß laufenden Wirtschaft ein. Die Politik des billigen Geldes in den USA verstärke die Entwicklung noch, stellte er in einer Publikation seines Hauses fest. Diesen Nebeneffekt nimmt die US-Notenbank aber billigend in Kauf: Im November schrieb Fed-Chef Ben Bernanke den chinesischen Kollegen von Frankfurt aus ins Stammbuch, diese Folge sei zu vermeiden, wenn der Wechselkurs des Yuan die ökonomischen Fundamentaldaten Chinas besser widerspiegele.