In einem neuen Strafverfahren geht es wieder um den Verdacht der Verletzung des Bankgeheimnisses, wie Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei Zürich mitteilten. Grund für die Festnahme und das erneute Verfahren gegen den entlassenen Banker seien Daten-CDs, die Elmer am Montag in London an den Chef des Enthüllungsportals Wikileaks, Julian Assange, übergeben hatte.

Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob Elmer damit gegen das schweizerische Bankengesetz verstoßen habe. Die CDs enthalten Elmer zufolge Tausende über Jahre gesammelte Daten von mutmaßlichen Steuerbetrügern.

Elmer war bis 2004 Direktor der Schweizer Bank Julius Bär – er leitete deren Außenstelle auf den Cayman Islands. Seitdem belastete er mehrfach prominente Bankkunden, Steuern zu hinterziehen – mit Wissen der Bankführung.

Ein Gericht in Zürich hatte ihn am Mittwoch in einem früher begonnenen Verfahren wegen Verletzung des Bankgeheimnisses und der versuchten Nötigung und Drohung zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte zugegeben, geheime Kundendaten an Steuerbehörden und Wikileaks weitergereicht zu haben. Die Geldstrafe beträgt 7200 Franken (etwa 5600 Euro) und die verhängte Bewährungsfrist zwei Jahre. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall acht Monate Haft gefordert.

Elmer sieht sich selbst als Informant der Öffentlichkeit, als Whistleblower, der Missbräuche im Geschäft mit Steueroasen aufdecken wollte. In der Schweiz saß er bereits 30 Tage im Gefängnis.