Während sich in vielen Ländern Europas Krisensymptome mehren, sorgt der Aufschwung in Deutschland weiter für Rekordzahlen. Insgesamt hatten 2010 insgesamt 40,37 Millionen Männer und Frauen einen Job – 197.000 oder 0,5 Prozent mehr als 2009, teilte das Statistische Bundesamt mit. Gleichzeitig sank die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt um 297.000 Personen auf 2,93 Millionen – ein Rückgang um 9,2 Prozent.

Damit erreichte die Zahl der Erwerbstätigen einen neuen Höchststand. Der alte Bestwert wurde 2008 mit 40,22 Millionen erreicht. Im Krisenjahr 2009 war die Erwerbstätigenzahl um etwa 45.000 gesunken.

Das Statistische Bundesamt begründete die Zahlen mit der raschen Erholung der deutschen Wirtschaft nach dem Krisenjahr 2009. Experten gehen davon aus, dass sich der positive Trend im neuen Jahr fortsetzt. Allein die Industrie rechnet mit 70.000 zusätzlichen Jobs.

Einer Umfrage zufolge zogen im Dezember Produktion und Auftragseingang der Industrie im Dezember noch einmal an. Die Geschäfte liefen so gut wie zuletzt im Juli, teilte das Markit-Institut zu seiner Erhebung unter etwa 500 Firmen mit. Zugleich stockten die Unternehmen ihre Belegschaften so stark auf wie noch nie in der fast 15-jährigen Geschichte der Umfrage.

Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex stieg um 2,6 auf 60,7 Punkte und liegt damit deutlich über seinem langjährigen Mittelwert von 52,1 Zählern. In einer ersten Schätzung hatten die Forscher allerdings ein noch stärkeres Wachstum für möglich gehalten. Trotzdem bleibe Deutschland unter den Euro-Ländern der "Star-Performer, gefolgt von Frankreich", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Es gibt aber auch Signale einer Erholung in den Peripherie-Ländern, wo der Export der Produktion angekurbelt." Ausnahme sei lediglich Griechenland, wo sich der Abschwung aber immerhin verlangsamt habe.

Wichtigster Grund für die anziehende Produktion in Deutschland sei die kräftig anziehende Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen. Vor allem aus dem Ausland kamen im Dezember mehr Bestellungen: Hier war das Plus so groß wie seit Juni nicht mehr. Stark war die Nachfrage außerhalb der Euro-Zone, besonders aus Asien. Viele Firmen stellten angesichts der hohen Nachfrage mehr Mitarbeiter ein.

Zunehmend zu schaffen machen den Firmen aber steigende Einkaufspreise: Zahlreiche Vormaterialien schlugen stärker zu Buche, darunter Chemikalien, Kupfer, Kunststoffe und Stahl. Die Teuerung war so stark wie seit Juli 2008 nicht mehr. Einen Teil der Kosten reichten die Firmen an ihre Kunden weiter. Sie hoben ihre Preise den elften Monat in Folge an, der Aufschlag war sogar so stark wie seit September 2008 nicht.