Bei einer Studie in Südafrika hat man die Verluste bei herkömmlichen Ernten, die in den Speichern der Bauern gelagert wurden, mit solchen verglichen, bei denen nach und nach geerntet wurde und die Kartoffeln noch bis zu sechs Wochen nach der Reife im Boden gelassen wurden. Im besten Fall ließ sich der Schwund von 37 Prozent der Ernte auf 11 Prozent reduzieren – eine Verringerung der Verluste um 71 Prozent.

Eine andere und in tropischen und subtropischen Breiten geeignete Konservierungsmethode besteht darin, die dort überall reichlich vorhandene Sonnenhitze zu nutzen, um einen größeren Anteil der dort geernteten Früchte zu trocknen. Bei einem innovativen Projekt in Westafrika trocknete man Mangos in einem Gewächshaus mit einem Solartrockner. Dabei ging der Feuchtigkeitsgehalt der Früchte bis auf etwa zehn Prozent zurück. In den Mangos, denen man das Wasser entzogen hatte, blieben die Provitamin-A-Carotinoide mehr als sechs Monate lang erhalten.

So erschreckend es auch ist, so ermutigend ist es in gewisser Weise auch, dass derzeit aufgrund der Gleichgültigkeit der Reichen und der unabsichtlichen Nachernteverluste in Entwicklungsländern Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln verderben. Es bedeutet schließlich, dass es vergleichsweise einfach sein dürfte, sehr viel mehr Nahrungsmittel zugänglich zu machen.

Wenn mehr Getreide auf den Weltmarkt kommen muss, dann wären die riesigen Mengen an verrottetem Getreide, die es in Entwicklungsländern gibt, ein vernünftiger Ansatzpunkt, um mit der Suche nach zusätzlichen Nahrungsmitteln zu beginnen. Die Entwicklungsländer würden von Investitionen in landwirtschaftliche Technologien profitieren, mit denen man ungewollte Verluste verhindert kann. Die Industrieländer sollten ihren verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln zügeln. Mit diesen nicht zu vergleichenden Maßnahmen gegen zwei ganz unterschiedliche Arten der Verschwendung ließe sich das Leben der Armen deutlich verbessern.