Die Tokyoer Börse hat sich dem Aufwärtstrend in Europa und den USA angeschlossen und ihren Absturz der vergangenen Woche überwunden. Der japanische Leitindex Nikkei legte um vier Prozent zu, als der Aktienmarkt nach einer Feiertagspause in die neue Handelswoche startete.

Brokern zufolge nutzten sogenannte Schnäppchenjäger die Gelegenheit der verbilligten Kurse. Die Händler, darunter vor allem internationale Fonds und langfristig interessierte Anleger, kauften japanische Werte zurück, die sie in der vergangenen Woche unter dem Eindruck der Katastrophe abgestoßen hatten.

Für Aufwind sorgte auch die neu erwachte Hoffnung darauf, dass die Lage an dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 unter Kontrolle gebracht werden könnte. Dies begünstigte auch den Aktienkurs des AKW-Betreibers Tepco, der einen Sprung um 16 Prozent nach oben machte.

Mit Spannung beobachten die Broker den Aktienkurs des Automobilherstellers Toyota, der die Wiederaufnahme seiner heimischen Produktion erneut verschieben musste. Der zunächst geplante Termin am Mittwoch könne wegen Lieferschwierigkeiten bei Bauteilen nicht eingehalten werden, hieß es. Der Konzern versucht dem gegenzusteuern, indem er sich die erforderlichen Teile von anderen Zulieferern besorgt und ein Schwerpunkt der Produktion auf jene Modelle legt, für die alle Bauteile vorhanden seien.

Wegen der verheerenden Naturkatastrophe am 11. März hatten unzählige Unternehmen im High-Tech-Land Japan Schaden genommen und die Produktion teilweise eingestellt. Dies betrifft auch Unternehmen in Deutschland, deren eigene Produktion von japanischen Zulieferern abhängig ist.

Für die Versicherungsbranche ergeben sich daraus möglicherweise hohe Folgekosten, die nach Angaben der Allianz-Industrieversicherungssparte (AGCS) die Kosten der unmittelbaren Schäden weit übersteigen könnten. "Die Belastungen durch Betriebsunterbrechungen können bei solchen Ereignissen häufig höher ausfallen als die Schäden bei Anlagen oder Fabrikgebäuden", sagte der AGCS-Deutschlandchef Wolfgang Faden.

Hintergrund sind Policen, die deutsche Unternehmen nun in Anspruch nehmen könnten. Mit ihnen hatten sie sich abgesichert, wenn japanische Zulieferer keine Waren liefern, und könnten nun Entschädigungen beanspruchen. Genaue Zahlen nannte Faden nicht, verwies aber auf die Belastung der Versicherer insgesamt. Weltweit hätten sich Naturkatastrophen wie Erdbeben, Fluten und Stürme gehäuft.