Um Portugals Staatsfinanzen steht es schlecht. Eine Entscheidung der Ratingagentur Moody’s dürfte nicht zur Besserung beitragen: Man habe die Bonitätsnote der lang laufenden portugiesischen Staatsanleihen von A1 auf A3 herabgestuft, teilte Moody’s mit. Die Rückstufung stehe im Zusammenhang mit den erwarteten Auswirkungen der hohen Kreditkosten für das Land. Zudem werde Portugal wohl Probleme bekommen, seine scharfen Haushaltsziele zu erreichen. Die schlechten Konjunktur-Aussichten würden daher zumindest mittelfristig unverändert bleiben, "bis die Strukturreformen vor allem auf dem Arbeitsmarkt und im Justizsystem erste Früchte tragen", hieß es in der Mitteilung von Moody's.

Moody's hatte erst vor wenigen Tagen die Kreditwürdigkeit Spaniens und Griechenlands erneut herabgesetzt. Alle drei Länder sind stark verschuldet. Für die Staaten erschwert ein schlechtes Rating die Sanierung ihrer Haushalte, da sie für ihre Anleihen höhere Zinsen anbieten müssen.

Am Freitag hatte die Regierung in Lissabon noch um Vertrauen geworben, indem sie ankündigte, den Sparkurs zu verschärfen. Allerdings zeigten sich die Märkte davon unbeeindruckt. Vielmehr wuchs die Überzeugung, dass Portugal letztlich doch eine Geldspritze seiner Europartner benötigt.

Diesen Eindruck hatte der portugiesische Regierungschef José Sócrates zuletzt mehrfach zu zerstreuen versucht. Sein Land werde keine externe Finanzhilfe benötigen, versicherte er. Am Dienstagabend stellte der Ministerpräsident allerdings die Möglichkeit einer "politischen Krise" und von "Neuwahlen" in Aussicht, sollte die Opposition im Parlament die vergangene Woche angekündigten neuesten Sparmaßnahmen blockieren.

Nach einem Negativ-Rekord von rund 9,4 Prozent 2009 und den für 2010 angepeilten 7,3 Prozent will Portugal sein Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 4,6 Prozent drücken. Dazu wurde ein umstrittener Staatshaushalt mit nie dagewesenen Sparmaßnahmen verabschiedet: Die Ausgaben für Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst sollen um fünf Prozent gekürzt werden, die Mehrwertsteuer stieg von 21 auf 23 Prozent. Zudem sollen die Sozialleistungen beschnitten, die Renten eingefroren werden.