Mit Protesten in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben die Gewerkschaften am Dienstag ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder fortgesetzt. Angestellte in Gerichten, Straßenbaubetrieben, Krankenhäusern und Landesministerien erschienen nicht zur Arbeit. Vor dem Düsseldorfer Landtag kamen laut ver.di rund 10.000 Beschäftigte unter anderem von NRW-Verwaltungen und Ministerien zu einer Kundgebung zusammen.

Vor den Streikenden rief ver.di-Chef Frank Bsirske die Arbeitgeber zu konstruktiven Verhandlungen auf. Sie sollten Gewerkschaften im festgefahrenen Tarifkonflikt entgegenkommen. "Bewegt euch, sonst bewegen wir uns", sagte der ver.di-Vorsitzende. Die Gewerkschaften seien bereit, am Verhandlungstisch "konstruktiv zu einer Lösung zu kommen".

In Schleswig-Holstein legten angestellte Lehrer an zahlreichen Schulen ihre Arbeit nieder, außerdem streikten Polizisten. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich etwa 250 Beschäftigte an einer Protestkundgebung vor dem Kieler Finanzministerium, die Lehrergewerkschaft GEW und die Polizeigewerkschaft GdP hatten zu der Demonstration aufgerufen.

Mit ihren Protesten wollen die Gewerkschaften Druck auf die bisher ergebnislosen Tarifgespräche für die bundesweit rund 600.000 Angestellten der Länder machen. DGB-Gewerkschaften und Beamtenbund wollen Gehaltserhöhungen von insgesamt fünf Prozent durchsetzen. Die angestrebte Erhöhung setzt sich zusammen aus einem Sockelbetrag von monatlich 50 Euro und zusätzlich drei Prozent linearer Anhebung der Gehälter. Außerdem streben die Gewerkschaften die erstmalige tarifliche Eingruppierung von angestellten Lehrern und eine Übernahmegarantie für Auszubildende an.

Zum Auftakt bundesweiter Warnstreiks waren am Montag bereits jeweils rund 2500 Beschäftigte in Hessen und im Saarland in den Ausstand getreten. Für Mittwoch sind Proteste in Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg geplant. Die Arbeitsniederlegungen sollen in den darauf folgenden Tagen in weiteren Bundesländern fortgesetzt werden. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 9. März statt.