Nach langem Streit mit Bangladeschs Premierministerin Skeikh Hasina hat die Zentralbank des Landes den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus als Direktor der von ihm selbst gegründeten Mikrokredit-Bank entlassen.

Als Grund nannte die Zentralbank, sie habe Yunus' Ernennung zum Direktor der Grameen-Bank auf unbestimmte Zeit im Jahr 2000 nie zugestimmt gehabt. Zuvor hatten die Behörden darauf hingewiesen, dass die Pensionsgrenze für den Posten des 70-Jährigen eigentlich bei 60 Jahren liege.

Die Grameen-Bank wehrte sich gegen die Entlassung und teilte unter Berufung auf die eigenen Rechtsberater mit, Yunus bleibe im Amt. Die Grameen-Bank habe sich an alle Gesetze gehalten und auch den Vorschriften zur Ernennung Yunus' genügt.

Yunus, der 2006 für sein Engagement bei der Armutsbekämpfung in Bangladesch mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, sah sich in den vergangenen Jahren und zuletzt immer stärkerem politischen Druck ausgesetzt, seinen Posten bei der Bank aufzugeben. Seine Unterstützer sprechen von inszenierten politischen Angriffen, seit sich Yunus 2007 mit Regierungschefin Sheikh Hasina überworfen hatte.

In einem Interview hatte Yunus gesagt, die Politik in Bangladesch sei im Wesentlichen eine Angelegenheit von "Macht, um Geld zu machen". Er war daraufhin wegen Verleumdung angeklagt worden. Sheikh Hasina warf dem Ökonomen wiederholt vor, mit Wucherzinsen bei den Mikrokrediten der Grameen Bank die Armen auszunehmen.

Die Premierministerin fürchtet aber wohl auch die Konkurrenz durch Yunus auf der politische Ebene: Mit seiner 2007 gegründeten Partei Nagarik Shakti will er die Korruption im Land bekämpfen.

Im Jahr 1983 hatte die Regierung in Bangladesch Yunus' Kreditunternehmen per Gesetz zu einer unabhängigen Bank erklärt, nachdem die Grameen Bank bereits zuvor seit Jahren Darlehen an Besitzlose vergeben hatte. Das Institut vergibt Kleinstkredite an die Ärmsten im Land und eröffnet ihnen damit einen Ausweg aus der Misere. Das Konzept wurde mittlerweile in mehr als 40 Ländern übernommen.

Mikrokredite standen jedoch in der Kritik, nachdem sich im vergangenen Jahr in Indien Frauen mit Kerosin überschüttet und angezündet hatten, weil sie ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten.