Die Rating-Agentur Standard&Poor's (S&P) hat die künftige Kreditwürdigkeit der USA infrage gestellt. Sie werde die Bonität der Vereinigten Staaten zwar weiter mit der Bestnote AAA bewerten, der Ausblick bekomme aber wegen der hohen Staatsverschuldung eine negative Beurteilung, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg. Der Gesetzgeber habe noch keinen klaren Weg zum Abbau der Schulden aufgezeigt, hieß es demnach in der S&P-Analyse.

Allein im laufenden Haushaltsjahr häuften die USA bis zu 1,65 Billionen Dollar neue Schulden an, mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Gesamtverschuldung beträgt mehr als 14,2 Billionen Dollar (9,95 Billionen Euro). Das ist gemessen an der Wirtschaftsleistung das größte Minus in der Staatskasse der größten Volkswirtschaft seit rund 50 Jahren.

Bis spätestens Juli muss der Kongress die gesetzliche Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar anheben, damit die USA zahlungsfähig bleiben. Allerdings ist dieser Schritt wegen des politischen Streits zwischen den Parteien um den US-Haushalt noch nicht gesichert.

Die US-Regierung hat die von der Rating-Agentur S&P angedrohte Herabstufung der Kreditwürdigkeit scharf kritisiert. "Der negative Ausblick unterschätzt die Fähigkeit der Führer Amerikas, gemeinsam die schwierigen finanzpolitischen Herausforderungen anzugehen, vor denen die Nation steht", sagte Finanzstaatssekretärin Mary Miller. Die beiden großen politischen Lager würden darin übereinstimmen, das Staatsdefizit zu senken.

Die Entscheidung der Rating-Agentur setzte auch die US-Börse unter Druck: Die Wall Street startete mit deutlichen Kursverlusten in die Woche. Die schlechten Nachrichten lösten zudem eine Flucht in das als sicher geltende Gold aus, sagten Händler. Die Feinunze Gold (rund 31 Gramm) kostete am Montag bis zu 1497,20 Dollar.