Die Finanzminister einiger Euro-Länder haben EU-Kreisen zufolge am Freitagabend bei einem Treffen in Luxemburg über die Schuldenkrise in Griechenland und Portugal beraten. Es gebe aber keinen Plan zur Umschuldung der griechischen Staatsschulden. "Es geht um Portugal, Griechenland und die Europäische Zentralbank", sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter vor dem Termin. Solche Treffen im kleinen Kreis seien nichts Neues. "Alle sind gleich, aber manche sind gleicher als andere."

Spiegel Online hatte berichtet, dass die griechische Regierung angesichts der Schuldenkrise erwäge, den Euro aufzugeben und wieder eine eigene Währung einzuführen. Deshalb habe die EU-Kommission die Euro-Finanzminister zu einem Krisentreffen in Luxemburg geladen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wolle die Griechen unter allen Umständen von dem Schritt abhalten.

Spiegel Online berief sich auf EU-Kreise, deren Informationen zufolge Schäuble und seine Amtskollegen aus Frankreich, den Niederlanden und Finnland an der Zusammenkunft teilnehmen. Auch von Koalitionskreisen in Berlin sei bestätig worden, dass  die Sitzung in Luxemburg stattfinde und Schäuble sowie Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen daran teilnähmen.

Die EU-Kommission wies jedoch Berichte zurück, wonach Vertreter der Euro-Gruppe am Freitagabend zu einem Krisentreffen in Luxemburg zusammenkämen, um über einen möglichen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu beraten. "Ich weiß davon nichts", sagte ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn.

"Es gibt kein Treffen in Luxemburg", formulierte es der Sprecher des Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker. "Das sind Gerüchte ohne Substanz." Auch aus Griechenland wurde der Bericht zurückgewiesen. "Wir dementieren es vehement", heißt es nach Angaben der Nachrichtenagentur ANA in einer schriftlichen Erklärung des Finanzministeriums. "Derartige Berichte untergraben die Bemühungen Griechenlands und dienen nur den Spekulanten", sagte eine Quelle aus dem Umfeld von Regierungschef Giorgos Papandreou.

Das französische Finanzministerium bezeichnete den Bericht als "vollkommen frei erfunden". Das deutsche Finanzministerium wollte sich zu dem Bericht gegenüber ZEIT ONLINE zunächst nicht äußern. Auf dem internationalen Währungsmarkt löste die Nachricht ein Absacken der Gemeinschaftswährung aus.