Die millionenschweren Entschädigungen für die von der Ehec-Krise betroffenen Bauern sind sicher. Europäische Landwirte erhalten 210 Millionen Euro für ihre Umsatzeinbußen. Das haben Vertreter der 27 EU-Länder in Brüssel beschlossen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission Zahlungen in Höhe von 150 Millionen Euro vorgeschlagen. Viele Länder hatten die Summe als zu niedrig kritisiert, so dass die Kommission aufstockte.

Agrarministerin Ilse Aigner will die Hilfen nun schnell an die Gemüsebauern verteilen. Die Gelder sollen zügig und unbürokratisch die deutschen Produzenten erreichen, sagte die CSU-Politikerin bei einem Besuch eines Gemüsebetriebs nahe Hamburg. Die Ministerin versicherte: "Wir wollen die Landwirte nicht im Regen stehen lassen." Verbandvertreter der Gemüsebauern sagten, die angekündigten EU-Zahlungen seien unzureichend und forderten Nachverhandlungen der Bundesregierung oder zusätzliche Bundesmittel. Auf diese Forderungen ging Aigner nicht näher ein. 

Nach Aigners Angaben sollen von Umsatzverlusten betroffene Bauern 50 Prozent von dem zurückbekommen, was sie im Durchschnitt verdient hätten. Der Präsident des deutschen Zentralverbandes Gartenbau, Heinz Herker, schätzte die bisherigen Einbußen der heimischen Gemüseanbauer auf etwa 60 Millionen Euro. Ohne nachgebesserte finanzielle Hilfen würden viele Betriebe nicht überleben können, da das Geld für notwendige Investitionen nicht ausreiche, sagte Herker.

Die nationale Umsetzung der beschlossenen EU-Maßnahmen wird laut Aigner bereits vorbereitet. Schon für Juli habe die EU Zahlungen in Aussicht gestellt. In einem ersten Schritt hat sich die Bundesregierung dafür eingesetzt, dass betroffene Betriebe zinsverbilligte Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Anspruch nehmen können. Dies stoße aber auf wenig Gegenliebe bei den Gemüsebauern, räumte Aigner ein.