Bei ihrem Treffen zur Schuldenkrise in Griechenland haben die Euro-Länder verschiedene Möglichkeiten zur Abwendung der Staatspleite diskutiert, ohne dass sich Einigkeit abzeichnete. Umstritten ist vor allem die Art und Weise, wie private Gläubiger – also Banken und Versicherungen – an den Kosten der Rettungsaktion beteiligt werden sollen.

"Wir werden alle Optionen durchspielen", sagte der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker. In der kommenden Woche wolle man bei einem weiteren Treffen in Luxemburg "dem Abschluss so nahe wie möglich kommen". Doch wie genau die Lösung aussehen soll, ist den Finanzministern noch nicht klar. Der finnische Ressortchef Jyrki Katainen sagte, die meisten Länder seien für eine wie auch immer geartete Einbindung des privaten Sektors. "Wie wir das machen sollen, weiß ich im Augenblick nicht."

Insbesondere Deutschland fordert, private Gläubiger bei einem neuen Hilfspaket für Griechenland zur Kasse zu bitten – und zwar besonders weitgehend. Das stößt auf Widerstand bei vielen Euro-Partnern. Die Beteiligung sei "natürlich Bestandteil" des Pakets, unterstrich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Brüssel. "Über die Einzelheiten, wie das auszugestalten ist, reden wir." Der Minister sagte erneut, dass die Bundesregierung bereit sei, sich an zusätzlichen Maßnahmen zu beteiligen. Das neue Hilfspaket soll einen Umfang von bis zu 120 Milliarden Euro haben.

Die Lösung für Griechenland könnte laut Experten so aussehen, dass Banken auf freiwilliger Basis neue griechische Anleihen kaufen, falls alte auslaufen. Deutschland schlägt hingegen vor, dass Banken griechische Staatsanleihen freiwillig gegen neue mit längerer Laufzeit von sieben Jahren umtauschen. Die Europäische Zentralbank ist dagegen.

Die österreichische Ressortchefin Maria Fekter sagte, ihr Land habe seinerzeit mit der Wiener Initiative gezeigt, wie man Banken einbinden könne. "Etwas Ähnliches werden wir hoffentlich hier auch zustande bringen." Es dürfe von den Ratingagenturen aber nicht als Zahlungsausfall gewertet werden.

Bei der sogenannten Wiener Initiative hatten sich Großbanken während der Krise in Osteuropa 2008 und 2009 auf freiwilliger Basis bereit erklärt, die Laufzeiten der von ihnen ausgereichten Kredite bei Fälligkeit zu verlängern. Im Rahmen eines Hilfsplans des Internationalen Währungsfonds sollte so der Zusammenbruch des osteuropäischen Bankensystems verhindert werden.