In Frankreich gibt es offenbar eine Einigung über die Beteiligung der Finanzwirtschaft an neuen Hilfen für Griechenland. Die Regierung in Paris und die Banken hätten sich auf einen Vorschlag geeinigt, der privaten Gläubigern eine Laufzeitverlängerung für griechische Staatsanleihen schmackhaft macht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Branchenkreise. Zuvor hatte bereits die Zeitung Le Figaro über die Einigung berichtet.

Dem Blatt zufolge sieht der Plan vor, dass die Gläubiger 70 Prozent des Geldes, das sie bei Fälligkeit der bisherigen griechischen Anleihen zurückbezahlt bekommen, dem Land wieder zur Verfügung stellen. 50 Prozent sollten in neue Schuldtitel fließen, für die nun aber eine Laufzeit von 30 statt von fünf Jahren vorgesehen sei. Die Zinsen sollen demnach ähnlich hoch sein wie die, die Griechenland für die Hilfskredite der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlt. Zusätzlich erhielten die Investoren einen Bonus im Falle eines starken Wachstums der griechischen Wirtschaft, berichtete die Zeitung. Die restlichen 20 Prozent der rückgeflossenen Mittel sollten in einen speziellen Fonds mit "hochwertigen Wertpapieren" investiert werden. Dabei würden die Zinszahlungen insgesamt erst bei Fälligkeit geleistet.

Auch in Deutschland laufen derzeit Verhandlungen über eine freiwillige Beteiligung von Banken und Versicherern an einem weiteren Rettungspaket für Griechenland. Aus der Branche wurden Forderungen nach wirtschaftlichen Anreizen wie staatlichen Garantien laut. Dies lehnt Finanzminister Wolfgang Schäuble allerdings ab. Seinen Worten zufolge sollen bei der Sitzung der Eurogruppe am 3. Juli genaue Zahlen vorliegen, wie hoch der Beitrag der privaten Gläubiger europaweit ausfällt. Als kritischer Punkt gilt auch die Haltung der Ratingagenturen. Wenn diese das weitere Engagement der Finanzwirtschaft nicht als freiwillig einstufen, müssten sie als Konsequenz die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands erklären.

Deutsche Geldhäuser gehören mit den französischen Instituten zu den größten Geldgebern des Euro-Landes. Mit weniger als 20 Milliarden Euro ist das Gesamtengagement deutscher Banken und Versicherer aber überschaubar.