Private Gläubiger wollen sich nicht ohne Gegenleistung am nächsten Rettungspaket für Griechenland beteiligen. Der Bankenverband hat nun attraktive Angebote des Staates gefordert, damit Institute neue Anleihen des hoch verschuldeten Euro-Staates kaufen können – also dem Land neuen Kredit geben.

Als Beispiel nannte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer eine bessere Bonität dieser Papiere durch "gewisse Sicherheiten" – in der Diskussion ist, dass die Staaten die Anleihen finanziell absichern, also eine Garantie dafür geben. Ob sich aber selbst dann ausreichend Banken, Versicherer oder Fonds finden werden, ist fraglich.

In Kreisen europäischer Finanzmarktregulierer wird schon länger bezweifelt, dass sich private Investoren freiwillig an einer Rettung beteiligen. Dafür stehe für die Häuser in Griechenland zu wenig auf dem Spiel, heißt es. "Nur wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, können wir die neuen Anleihen kaufen, um nicht wegen Untreue verklagt zu werden", merkte ein Banker an, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnte Kaufanreize für neuere Staatsanleihen ab. Mit dem Geld der Steuerzahler werde ein erheblicher Beitrag geleistet, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern, sagte er nach dem EU-Finanzministertreffen in Luxemburg. "Dass wir dafür noch Extraleistungen anbieten, würde in der Öffentlichkeit nicht auf allzu viel Verständnis stoßen."

Nach einem Beschluss der Finanzminister sollen sich private Gläubiger an zusätzlichen Milliardenhilfen für Griechenland beteiligen – und zwar auf freiwilliger Basis. Die Investoren sollen demnach neue Anleihen des Schuldenstaates kaufen, wenn die alten Papiere auslaufen. Da die neuen Bonds eine längere Laufzeit hätten als die im Umlauf befindlichen Papiere, käme dies einem Zahlungsaufschub für Griechenland gleich, ohne indes den Schuldenstand zu reduzieren. Inoffiziellen Informationen zufolge geht es dabei um rund 30 Milliarden Euro.

Im Münchner Ifo-Institut hält man nichts von Freiwilligkeit. "Ich denke, eine freiwillige Beteiligung von Banken ist Symbolpolitik", sagte Ifo-Chefvolkswirt Kai Carstensen. Dies werde keinen substanziellen Beitrag, wie ihn die Bundesregierung ursprünglich gefordert hatte, einbringen. "Ein Bankvorstand kann ja nicht freiwillig auf Milliarden verzichten, die er andererseits bekommen könnte."