Die deutschen Banken und Versicherungen haben sich mit dem Bundesfinanzministerium grundsätzlich auf eine Beteiligung privater Gläubiger an Griechenland-Hilfen verständigt. Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, er rechne mit einem Gesamtbeitrag deutscher Institute von 3,2 Milliarden Euro.

Schäuble sagte, er sei zuversichtlich, dass es bis Sonntag eine Lösung gebe. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sagte, Details müssten noch ausgearbeitet werden. Grundlage für die Einigung sei das "französische Modell", nach dem die Gläubiger die Laufzeiten der griechischen Staatsanleihen verlängern.

Deutsche Gläubiger halten laut Schäuble griechische Staatsanleihen in Höhe von zehn Milliarden Euro. Der Großteil davon sei jedoch schon langfristig angelegt.

Der französische Entwurf gibt den Inhabern griechischer Staatsanleihen, die zwischen 2011 und 2014 auslaufen, zwei Optionen: Sie können dann 70 Prozent ihres Geldes in neue Griechen-Bonds mit 30-jähriger Laufzeit und einem Zins von bis zu acht Prozent reinvestieren, die mit topgerateten Papieren bestückt sind. Oder aber sie stecken mindestens 90 Prozent ihres ursprünglichen Investments in neue Griechen-Bonds mit fünfjähriger Laufzeit und bekommen dafür 5,5 Prozent Zinsen. Das Papier, datiert auf den 24. Juni, steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt, dass die Rating-Agenturen diese Streckung der Schulden nicht als Zahlungsausfall werten.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs – allen voran Deutschland – drängen den Privatsektor zu einer Beteiligung an einem zweiten Rettungspaket für Griechenland. Am Montag hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eine Einigung mit den heimischen Banken verkündet.