Für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen: Die französische Finanzministerin Christine Lagarde tritt gegen den mexikanischen Zentralbankchef Agustín Carstens an. In einer Erklärung des IWF hieß es, beide hätten die Voraussetzung für eine Kandidatur erfüllt.

Die Kandidatur des israelischen Notenbankchefs Stanley Fischer scheiterte aus Altersgründen. Kandidaten für den IWF-Chefposten dürfen nicht älter als 65 Jahre sein. Fischer ist 67 Jahre alt. Er besitzt zudem neben der israelischen auch die US-Staatsbürgerschaft – ein Nachteil angesichts der traditionellen Abmachung zwischen den Europäern und den USA, wonach erstere den IWF-Chef und letztere den Weltbank-Direktor stellen.

Die Bewerbungen um die Nachfolge des wegen Vergewaltigungsvorwürfen zurückgetretenen IWF-Direktors Dominique Strauss-Kahn mussten bis Freitag um Mitternacht am IWF-Sitz in Washington eingegangen sein. Der IWF-Exekutivrat, der am Montag zu einem Treffen hinter verschlossenen Türen zusammenkam, soll nun bis Ende Juni eine Entscheidung zwischen der 55-jährigen Juristin Lagarde und dem 53 Jahre alten früheren mexikanischen Finanzminister Carstens fällen.

Angesichts des wachsenden weltwirtschaftlichen Gewichts der Schwellenländer stellen Staaten wie China, Indien oder Brasilien die Aufteilung der Spitzenposten bei den internationalen Finanzinstitutionen zwischen Europa und den USA infrage. Carstens präsentiert sich als Alternative zu der von den Europäern aufgestellten Lagarde, konnte viele Schwellenländer aber bislang nicht von sich überzeugen. Lagarde dagegen sicherte sich am Wochenende die Unterstützung von Ägypten, Indonesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.