Wirtschaftsminister Philipp Rösler plant nach Informationen aus Regierungskreisen in dieser Woche Gespräche zu Investitionsmöglichkeiten im hoch verschuldeten Griechenland. Der FDP-Vorsitzende will einem Bericht des Handelsblatt zufolge mit den Präsidenten von mehr als 20 Wirtschaftsverbänden beraten, unter welchen Voraussetzungen sich deutsche Firmen in Griechenland engagieren wollen.

Ziel sei eine "Investitions- und Wachstumsoffensive", eine Art "Marshallplan". Auch andere Medien hatten bereits über die geplanten Gespräche zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Griechenland berichtet. Der Wiederaufbau der maroden Wirtschaft in Griechenland ist eines der Ziele, die bei dem Sondergipfel der Euro-Zone in der vergangenen Woche beschlossen wurden. Dazu gehören auch weitere Kredite der EU für das Land, eine Minderung der Zinsen von bereits laufenden Krediten und eine Verlängerung von deren Laufzeiten.

Danach arbeitet auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) an einem Konzept, die Investitionsanreize in dem südeuropäischen Land zu verbessern. Die Gespräche liefen bereits seit mehr als einem Jahr – auf ausdrücklichen Wunsch des Kanzleramts.

Die deutsche Wirtschaft habe Interesse an einem Engagement in Griechenland signalisiert, berichtete das Handelsblatt. An einem vertraulichen Gespräch mit dem griechischen Wirtschaftsminister Michalis Chrisochoidis in der vergangenen Woche seien mehrere Dax-Konzerne beteiligt gewesen.