Auch die US-Rating-Agentur Moody's erwartet nach dem Euro-Gipfelbeschluss zur Beteiligung privater Gläubiger einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands. Moody's senkte seine Bewertung der Kreditwürdigkeit Griechenlands um drei Stufen von der Note Caa1 auf Ca ab. Das ist nur eine Stufe entfernt von der untersten Note, einem kompletten Zahlungsausfall. Grund sei die auf dem Euro-Sondergipfel beschlossene Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenland-Rettung.

Bei dem EU-Sondergipfel in Brüssel haben sich die Euro-Länder darauf geeinigt, dass private Gläubiger wie Banken und Versicherungen anhand verschiedener Modelle griechische Staatsanleihen umtauschen sollen. Im Endeffekt verzichten sie auf diese Weise darauf, dass Griechenland alle Schulden an sie zurückzahlt. Dies bedeutet einen teilweisen Zahlungsausfall für die Geldgeber. "Die Abwertung spiegelt die erwarteten Verluste wider, die ein Umtausch von Anleihen mit sich bringt", erklärte Moody's.

Die Rating-Agentur kündigte auch an, die Kreditwürdigkeit Griechenlands nach dem Umtausch der alten Schuldenpapiere erneut zu prüfen. Dabei werde sie auch die Möglichkeit weiterer Umschuldungen einfließen lassen. Moody's zufolge bringt der Umtausch alter Schuldenpapiere zwar Vorteile für Griechenland, etwa niedrigere Kosten und eine geringere Abhängigkeit von den Finanzmärkten, "aber der Einfluss auf den Abbau der Schulden ist beschränkt".

Die Rating-Agentur sieht auch Anzeichen dafür, dass sich die finanzielle Lage Griechenlands in den kommenden Jahren stabilisieren könnte. Den Ausblick der Kreditbewertung bezeichnete Moody's als vorerst noch offen.

Am Freitag hatte die US-Rating-Agentur Fitch ihre Note für Griechenland gesenkt und einen teilweisen Zahlungsausfall vorausgesagt. Fitch betonte dabei aber, das zweite Hilfspaket für Athen sei "wichtig" und "positiv", um die Schuldenkrise einzudämmen.