Eine große Mehrheit der Deutschen stellt der Bundesregierung in der Euro-Krise ein schlechtes Zeugnis aus. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE.

Demnach sind 69 Prozent der Befragten der Meinung, dass die schwarz-gelbe Koalition in der Krise keine gute Arbeit leiste. Nur 15 Prozent sind mit der Regierung zufrieden. Zudem fühlen sich mehr als drei Viertel der Befragten durch die Bundesregierung nur unzureichend informiert. Lediglich 13 Prozent halten sich für ausreichend informiert.  

Das Ergebnis zeigt die große Skepsis in der deutschen Bevölkerung gegenüber der Arbeit der Regierung in der Krise. Die Bewertung ist über alle Altersgruppen hinweg ähnlich schlecht. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich nur geringe Unterschiede.

In ihrer Haltung zu Griechenland ist die Bevölkerung gespalten: 38 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Griechenland in einem Jahr nicht mehr Mitglied der Euro-Zone sein wird. Dagegen halten 42 Prozent einen Euro-Austritt in den kommenden zwölf Monaten für nicht wahrscheinlich.

YouGov befragte 1.065 Personen. Die Umfrage wurde zwischen dem 20. und 22. Juli durchgeführt; die Ergebnisse des jüngsten Brüsseler Krisengipfels beeinflussen ihr Ergebnis deshalb nur in sehr begrenztem Ausmaß.

In der Nacht zum Freitag haben sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland geeinigt. An den Finanzhilfen werden sich erstmals auch die privaten Gläubiger beteiligen. Die Hilfen haben ein Gesamtvolumen von 109 Milliarden Euro. Ziel ist es, dass Griechenland seinen Schuldenberg von fast 160 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes rasch abbaut.

Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt.