Auf die Initiative von Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Gründung einer EU-Wirtschaftsregierung haben die Börsen weltweit negativ reagiert. Vor allem die Pläne für eine europäische Finanztransaktionssteuer zogen die Aktien von Banken und Finanzfirmen ins Minus.

Kurz nach Handelsstart sackten die Titel des deutschen Börsenbetreibers um mehr als sechs Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortags ab. Damit belegten sie zunächst den letzten Platz im deutschen Leitindex Dax, der ebenfalls im Minus startete und zum Auftakt mehr als einen Prozent verlor.

Die kurzfristigen Probleme der Währungsunion seien in Paris nicht angegangen worden, schrieb die Commerzbank in einem Kommentar und bemängelte insbesondere, dass die Einführung von gemeinsamen Anleihen für die Euro-Zone (Euro-Bonds) verworfen wurde.

Auch den Börsen in Asien konnten Merkel und Sarkozy keine positiven Impulse geben. Der Handel in Tokyo schloss mit einem leichten Minus von 0,55 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortags. Die ernüchternden Wachstumsdaten aus Europa wirkten sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung aus.

US-Markt hat auf Euro-Bonds gehofft

Die Börsen in New York verbuchten ebenfalls Verluste. Der Dow-Jones schloss um 0,7 Prozent schwächer, nachdem er im Handelsverlauf geschwankt hatte. An der Wall Street mehrten sich erneut die Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession abgleiten könnte.

Investoren äußerten sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten der deutsch-französischen Pläne für die Euro-Zone. "Am Markt gab es Hoffnungen, dass sie sich auf Euro-Bonds zubewegen würden", sagte Phil Flynn von PFG Best in Chicago. "Jetzt bewegen wir uns auf mehr Unsicherheit zu."

Auch in den USA rückten die Börsenbetreiber wegen der Nachricht von der geplanten Finanztransaktionssteuer in den Fokus. Allen voran gerieten die Anteile der Börse NYSE Euronext mit einem Minus von 8,39 Prozent kräftig unter Druck. Eine solche gemeinsame Steuer könnte Händlern zufolge deutliche Einbußen im Europageschäft des Börsenbetreibers, der sich mit der Deutschen Börse zusammenschließt, nach sich ziehen.