Angesichts der anhaltenden Unruhe an den Finanzmärkten wegen der Euro-Schuldenkrise hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die europäischen Regierungen aufgefordert, über eine erneute Aufstockung des gemeinsamen Krisenfonds EFSF zu beraten. Sie müssten "alle Elemente" des gemeinsamen Rettungsfonds schnell auf den Prüfstand stellen.

Barroso räumte in einem Schreiben an die 27 EU-Staats- und Regierungschefs ein, dass die Ansteckung durch die Schuldenkrise inzwischen nicht mehr auf Länder an der Peripherie der Euro-Zone beschränkt sei. Die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli kritisierte er als "unvollständig".

Es müsse sichergestellt werden, dass der derzeitige Rettungsfonds EFSF und der künftige Rettungsfonds ESM "angemessen ausgestattet" seien, um mit den Risiken einer Ausweitung der Schuldenkrise umzugehen, sagte Barroso. Nachdem Irland, Griechenland und Portugal EU-Hilfen erhalten hatten, wird inzwischen auch die Lage in den EU-Staaten Italien und Spanien mit großer Sorge betrachtet. Die beiden Länder sind unter den Druck der Finanzmärkte geraten und müssen Rekordzinsen für ihre Staatsanleihen zahlen.