Die weltweite Wirtschaftsstimmung hat sich im dritten Quartal einer Umfrage des ifo Instituts zufolge spürbar verschlechtert. Sowohl die aktuelle Lage als auch die künftige Entwicklung wird von den Befragten deutlich ungünstiger beurteilt. Der konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft sei ins Stocken geraten, heißt es in dem Bericht.

Demnach ist das Weltwirtschaftsklima von 107,7 Punkten im zweiten Quartal auf 97,7 Punkte gesunken. Der Wert liegt aber noch oberhalb des langfristigen Durchschnitts von 96,9 Zählern.

In Westeuropa sank der Indikator erstmals seit Anfang 2009, überwiegend aufgrund schlechterer Erwartungen. Auch in Nordamerika sei der Wert unter den langjährigen Durchschnitt gesunken. Als Grund sehen die ifo-Experten vor allem die aktuelle Krise der amerikanischen Wirtschaft an. Sie rechnen auch damit, dass der US-Dollar weiter an Wert verlieren wird. In Asien liegen die Erwartungen für das Wirtschaftsklima zwar ebenfalls zurück, liegen aber dennoch über dem langjährigen Schnitt.

Die Inflationserwartungen sind weltweit etwas gestiegen. Es wird mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von vier Prozent gerechnet.

Das ifo Institut befragt viermal im Jahr Experten aus einer Vielzahl von Ländern zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten in ihrem jeweiligen Beobachtungsgebiet. An der Umfrage im Juli nahmen 1.080 Experten aus 117 Ländern teil. Die Erhebung wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) durchgeführt.