Japan hat auf die Aufwertung der heimischen Währung reagiert, um die heimische Exportindustrie zu stärken: Die Regierung habe Yen verkauft und Dollar eingekauft, um so ein höheres Angebot an Yen auf den Markt zu bringen und die eigene Währung zu schwächen, sagte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda. Die Regierung habe alleine gehandelt, die Maßnahme sei aber international abgestimmt. Er habe zudem der Notenbank vorgeschlagen, die Aktion zu unterstützen.

An den Finanzmärkten sorgte der Schritt für eine leichte Entspannung. Der Yen gab leicht nach und die japanischen Aktien erholten sich etwas von den zuletzt deutlichen Verlusten. Wegen der Schuldenkrisen in Europa und den Vereinigten Staaten hatte es in den vergangenen Tagen eine Flucht der Anleger aus dem Euro und dem Dollar in japanischen Yen und Schweizer Franken gegeben. Die Wettbewerbsfähigkeit von Japan und der Schweiz wird damit massiv geschwächt. Die Schweiz hatte darauf bereits am Mittwoch reagiert, indem sie Franken verkaufte.

Der Eingriff Japans war der dritte seit September 2010. Zuletzt intervenierte die japanische Notenbank im März nach dem Erdbeben und dem Tsunami gemeinsam mit anderen Notenbanken.

Zuletzt war der Dollar wegen der Probleme der US-Wirtschaft unter die Marke von 77 Yen gefallen – auf das Niveau vom März, als der Dollar im Vergleich zum Yen ein Rekordtief erreichte. Mitte 2007 mussten für einen Dollar noch mehr als 120 Yen gezahlt werden.

Japans Wirtschaft stark von Export abhängig

Dies ist ein Problem für die stark von Exporten abhängige japanische Wirtschaft, da sie für ihre Produkte im Ausland weniger erlöst oder die Preise erhöhen muss. So sieht zum Beispiel der Konzern Toyota einen Dollar unter der Marke von 80 Yen als Wachstumsbremse an. Die japanische Notenbank geht bei ihren aktuellen Wachstumsprognosen von einem Kurs von rund 82,60 Yen pro Dollar aus.

Am Morgen kletterte der Yen infolge des Eingriffs erstmals seit dem 21. Juli über die Marke von 79 Yen. Die Intervention verlieh auch der Tokyoter Börse Auftrieb. Vor allem Exportunternehmen profitierten. Zuletzt waren Investoren besorgt, dass der starke Yen die Erholung der japanischen Wirtschaft von dem Erdbeben verhindern und die Gewinne der Unternehmen aufzehren könnte.

Auch Spekulationen über eine Fusion der Industriekonzerne Hitachi und Mitsubishi Heavy Industries trieben die Kurse nach den jüngsten Verlusten wieder hoch. Kreisen zufolge befinden sich beide Unternehmen bereits in Gesprächen über einen Zusammenschluss.